Die gesetzliche Rente wird für die meisten Menschen nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Die Bundesbank schätzt, dass das durchschnittliche Rentenniveau bis 2040 auf unter 45 % des letzten Nettoeinkommens sinkt. Wer 3.000 € netto verdient, bekommt also nur noch rund 1.350 € Rente — aber braucht erfahrungsgemäß 70–80 % des letzten Einkommens für einen komfortablen Ruhestand.

Rentenlücke schließen durch ETF Sparplan Strategie

Rentenlücke berechnen: So gehst du vor

Bevor du anfängst zu sparen, musst du wissen, wie groß deine persönliche Lücke ist. Die Formel ist einfach:

Rentenlücke = Gewünschtes monatliches Einkommen im Alter − erwartete gesetzliche Rente

Beispiel: Du möchtest 2.500 € monatlich im Alter (netto, heute). Deine Renteninformation zeigt eine erwartete gesetzliche Rente von 1.400 €. Rentenlücke = 1.100 € pro Monat.

Um diese Lücke dauerhaft zu schließen, brauchst du ein Kapital von etwa dem 25-fachen des Jahresbedarfs (4%-Regel): 1.100 € × 12 × 25 = 330.000 €.

Wie viel muss ich sparen, um 330.000 € zu erreichen?

Restjahre bis RenteSparrate bei 6 % p.a.Sparrate bei 7 % p.a.Sparrate bei 8 % p.a.
40 Jahreca. 168 € / Monatca. 132 € / Monatca. 103 € / Monat
30 Jahreca. 328 € / Monatca. 267 € / Monatca. 216 € / Monat
25 Jahreca. 462 € / Monatca. 383 € / Monatca. 317 € / Monat
20 Jahreca. 669 € / Monatca. 569 € / Monatca. 483 € / Monat
15 Jahreca. 1.050 € / Monatca. 918 € / Monatca. 803 € / Monat

Der Zinseszins-Effekt macht einen enormen Unterschied: Wer mit 27 Jahren anfängt (40 Jahre bis Rente), braucht nur ca. 168 € im Monat bei 6 % p.a. Wer erst mit 42 anfängt (25 Jahre), braucht fast dreimal so viel.

Welche ETFs eignen sich für die Rentenplanung?

Für die Aufbauphase (noch 15+ Jahre bis Rente) empfiehlt sich ein breit diversifiziertes Aktien-ETF-Portfolio ohne oder mit kleinem Anleihe-Anteil. Konkret:

1. Maximal einfach: Vanguard FTSE All World (VWCE) — ein ETF für alles, thesaurierend, TER 0,22 %
2. Ausgewogen: MSCI World (70 %) + MSCI EM (30 %) — günstige Kombination ab TER 0,18 %
3. Rentennahe Phase (5–10 Jahre vor Rente): Schrittweise Anleihen-ETFs beimischen — z. B. iShares Euro Government Bond (TER 0,07 %)

Wichtig: Keine Lebensversicherungen, keine Riester-Produkte mit hohen Kosten. Ein einfacher ETF-Sparplan schlägt fast alle provisionsfinanzierten Altersvorsorgeprodukte nach Kosten.

Riester, bAV oder ETF — was ist besser?

Riester: Staatliche Förderung (175 € / Jahr Zulage, mehr bei Kindern) ist sinnvoll, wenn man die Beiträge steuerlich absetzen kann und die Verwaltungskosten niedrig sind. Bei günstigen ETF-Riester-Anbietern (z. B. fairr.de) kann sich das lohnen. Klassische Riester-Versicherungen sind fast immer zu teuer.
bAV (betriebliche Altersvorsorge): Wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt (gesetzlich vorgeschrieben: mind. 15 %), ist die bAV attraktiv. Ohne Arbeitgeberzuschuss lohnt sie sich kaum.
ETF-Sparplan: Kein Förderbonus, dafür maximale Flexibilität, niedrige Kosten und volle Kontrolle. Langfristig meist die beste Rendite nach Kosten.

Die optimale Strategie: bAV nutzen, wenn Arbeitgeber zuschießt — Rest in ETF investieren. Riester nur bei günstigen Produkten und steuerlichem Vorteil.

Rentenlücken-Rechner — was du heute tun kannst

1. Renteninformation aus dem Briefkasten holen oder auf der DRV-Website abrufen (drv.de → Renteninformation anfordern)
2. Rentenlücke berechnen: Gewünschter Bedarf minus erwartete Rente
3. Benötigtes Kapital ermitteln: Monatliche Lücke × 12 × 25 (4%-Regel)
4. Sparrate aus der Tabelle ablesen
5. ETF-Sparplan einrichten — am besten heute noch

Noch nicht sicher, welcher Weg für dich der richtige ist? Unser Anlegerprofil-Quiz gibt dir eine persönliche Empfehlung. Oder direkt loslegen: ETF Weltportfolio aufbauen oder Robo-Advisor vergleichen.