Du sparst in ETFs für die Rente — aber weißt du, wie viel Kapital du am Ende wirklich brauchst? Und wie lange hält das Geld? Die gute Nachricht: Es gibt erprobte Faustregeln. Die wichtigste ist die 4%-Entnahmeregel. Hier ist sie konkret erklärt — mit echten Zahlen.

Die 4%-Regel: So funktioniert sie

Die 4%-Regel besagt: Wenn du jährlich nicht mehr als 4 % deines Depotwertes entnimmst, hält dein Portfolio statistisch für mindestens 30 Jahre — selbst in schlechten Börsenphasen. Ursprung: die "Trinity Study" (1998), aktualisiert 2011. Basis: US-Aktien/Anleihen-Portfolios 1926–2010. Das ist keine Garantie — es ist die historische Sicherheitsquote.

Gewünschte Entnahme/MonatBenötigtes Depot (4%-Regel)Benötigtes Depot (3%-Regel, konservativ)
500 €/Monat150.000 €200.000 €
1.000 €/Monat300.000 €400.000 €
1.500 €/Monat450.000 €600.000 €
2.000 €/Monat600.000 €800.000 €
3.000 €/Monat900.000 €1.200.000 €

Rechnung: Monatlicher Bedarf × 12 ÷ 0,04 = benötigtes Depotkapital. Wer 1.000 €/Monat benötigt: 1.000 × 12 = 12.000 € p.a. ÷ 0,04 = 300.000 € Zieldepot. Klingt viel? Lies weiter — wie du dahin kommst, ist berechenbar.

Wie lange brauchst du bis zum Zieldepot?

Finanzielle Freiheit im Ruhestand durch ETF-Auszahlplan erreichen

Um 300.000 € Depot aufzubauen — Sparplan bei 7 % p.a.:

200 €/Monat: ca. 38 Jahre | 300 €/Monat: ca. 32 Jahre | 500 €/Monat: ca. 25 Jahre | 1.000 €/Monat: ca. 18 Jahre

Das zeigt: Je früher du anfängst und je mehr du monatlich sparst, desto kürzer der Weg. Mit 30 starten + 300 €/Monat = Zieldepot mit ca. 62. Mit 40 starten + 500 €/Monat = Zieldepot mit ca. 65. Beide Wege sind realistisch — wenn du konsequent bleibst.

Was die 4%-Regel nicht garantiert

Die 4%-Regel wurde für 30 Jahre Entnahme berechnet. Wer mit 55 in Rente geht, braucht das Depot möglicherweise 40+ Jahre. Für länger als 30 Jahre: konservativere 3–3,5 % Entnahmerate. Bei 3 %: 1.000 €/Monat → 400.000 € Zieldepot. Außerdem: Inflation frisst Kaufkraft. Wer 2026 1.000 €/Monat braucht, wird 2046 real mehr brauchen. Planungsempfehlung: Inflationsanpassung von 2 % p.a. einkalkulieren.

Ein weiterer Faktor: Sequenz-Risiko. Wenn der Markt direkt nach Renteneintritt stark fällt (wie 2000–2002 oder 2008), kann das die Haltbarkeit des Portfolios beeinträchtigen. Lösung: Cash-Puffer von 1–2 Jahren Lebenshaltungskosten zu Beginn der Entnahmephase. Mehr zur Entnahmestrategie: ETF Entnahmeplan im Ruhestand.

Robo-Advisor oder selbst verwalten in der Rentenphase?

In der Entnahmephase wird das Portfolio-Management anspruchsvoller: Rebalancing, Steueroptimierung, Entnahmereihenfolge (zuerst Ausschüttungen, dann Verkäufe). Robo-Advisor wie quirion oder Ginmon bieten managed Entnahmepläne mit automatischer Umschichtung in sicherere Assets mit zunehmendem Alter. Für Anleger ohne Lust auf aktives Management: eine gute Option. Unser ETF-Sparplan-Rechner berechnet deinen individuellen Weg zum Zieldepot.