Du willst in ETFs investieren. Aber: Robo-Advisor wie quirion oder Scalable oder selbst ein Depot bei ING, DKB oder Trade Republic eröffnen? Beide Wege führen zum Ziel — aber mit unterschiedlichem Aufwand, unterschiedlichen Kosten und unterschiedlichen Risiken.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Robo-Advisor | Direktbank / Neobroker (DIY) |
|---|---|---|
| Kosten (gesamt p.a.) | 0,35–1,0 % (Verwaltung + ETF-TER) | 0,07–0,25 % (nur ETF-TER) |
| ETF-Auswahl | Vorgegeben vom Anbieter (optimiert) | Frei wählbar (tausende ETFs) |
| Rebalancing | Automatisch | Manuell (1× pro Jahr empfohlen) |
| Zeitaufwand | Minimal (ca. 30 min/Jahr) | Gering bis mittel (ca. 2–5 h/Jahr) |
| Anlagekompetenz nötig | Keine — vollständig geführt | Grundwissen über ETFs nötig |
| Emotionale Kontrolle | Automatisch — kein Panikverkauf | Selbstdisziplin erforderlich |
| Mindestanlage | 1–500 € je nach Anbieter | 1 € (Trade Republic, Scalable) |
| Rendite (langfristig, nach Kosten) | Leicht niedriger (Verwaltungsgebühr) | Leicht höher (weniger Kosten) |
| Für wen geeignet? | Einsteiger, Bequeme, Vielbeschäftigte | Erfahrene, Kostenbewusste |
Was macht den entscheidenden Unterschied?
Die Kosten: Ein Robo-Advisor kostet 0,25–0,75 % Verwaltungsgebühr zusätzlich zu den ETF-Kosten. Bei 100.000 € Depot sind das 250–750 € pro Jahr extra. Über 30 Jahre summiert sich das auf 15.000–40.000 € mehr Kosten — Geld, das bei der DIY-Variante im Depot bleibt.
Aber: Studien zeigen, dass DIY-Anleger ohne professionelle Begleitung oft schlechter abschneiden — weil sie im Crash verkaufen, zu spät einsteigen oder ständig umschichten. Der "Behavior Gap" (Unterschied zwischen ETF-Rendite und Anleger-Rendite) beträgt in Deutschland im Schnitt 2–3 % pro Jahr.
Ergebnis: Wer diszipliniert die DIY-Strategie durchhält, liegt nach 30 Jahren deutlich vor dem Robo-Advisor. Wer emotional schwankt oder wenig Zeit hat, ist mit dem Robo besser aufgehoben.
Welche Direktbank/Neobroker für DIY-ETF-Anleger?
Trade Republic: Komplett kostenlose Sparpläne, größtes ETF-Angebot, beste App. Optimal für reine ETF-Sparer.
Scalable Capital (Free): Kostenlose Sparpläne, gutes Angebot. Für alle, die auch einzelne Aktien handeln wollen.
ING: Breites ETF-Angebot, guter Service, günstige Sparpläne (kostenlos bei aktivem Girokonto).
DKB: Günstig, bewährt, kein Marketingdrum.
Mein Fazit: Wann welchen Weg?
Robo-Advisor: Du startest das erste Mal, hast Angst vor Fehlern, willst nichts entscheiden oder bist vielbeschäftigt. Kosten akzeptabel für den Komfort-Vorteil.
DIY (Direktbank): Du verstehst die Grundlagen (ETF, Diversifikation, Rebalancing), bist bereit für einen jährlichen Depot-Check und kannst im Crash ruhig schlafen.
Für den Direktvergleich aller Robo-Advisor: Robo-Advisor Vergleich. Wer den DIY-Weg bevorzugt: ETF Weltportfolio aufbauen. Für den Einstieg: Anlegerprofil-Quiz.