Die Postbank ist für viele Deutsche die erste Bankverbindung — und damit oft auch der erste Gedanke, wenn es ums Investieren geht. Kann man bei der Postbank sinnvoll ETFs kaufen? Die kurze Antwort: Ja, es geht. Aber die Kosten sind deutlich höher als bei reinen Online-Brokern. Was du wissen solltest, bevor du anfängst.
Postbank Depot: Voraussetzungen und Eröffnung
Die Postbank bietet das "BHW Depot" über ihre Tochter BHW Bausparkasse und das klassische Depot über die Postbank AG. Das Online-Depot wird direkt über die Postbank-Website oder -App eröffnet:
- Postbank.de → Wertpapiere → Depot eröffnen
- Persönliche Daten eingeben, Risikoaufklärung durchlaufen
- Legitimation per VideoIdent oder in der Filiale
- Depoteröffnung dauert 3–7 Werktage
Voraussetzung: Girokonto bei der Postbank oder Deutsche Bank (Postbank ist Teil der Deutsche Bank Gruppe). Alternativ kann das Depot auch ohne Girokonto eröffnet werden, aber das ist weniger verbreitet.
Postbank Depot Kosten 2026: Was wirklich anfällt
| Kostenart | Postbank | Trade Republic (Vergleich) |
|---|---|---|
| Depotführung | 0 € (bei Online-Nutzung) | 0 € |
| ETF-Kauf (Order) | 12,90 € + 0,25 % (mind. 12,90 €) | 1 € pro Order |
| ETF-Sparplan | Ab 1 € pro Rate (ausgewählte ETFs) | 0 € |
| ETF-Auswahl Sparplan | Begrenzt (~100 ETFs) | Über 2.000 ETFs |
| Mindestanlage Sparplan | 25 € | 1 € |
Die Ordergebühr von 12,90 € pro Kauf ist der entscheidende Unterschied. Wer 100 € einmalig kaufen will, zahlt damit fast 13 % Kosten — das frisst jede Rendite auf. Für Einmalanlagen unter 500 € ist die Postbank daher nicht empfehlenswert. Für größere Beträge (1.000 €+) relativiert sich die Gebühr.
ETF-Sparplan bei der Postbank: So geht es
- Im Online-Banking einloggen → "Depot" aufrufen
- ETF-Suche: ISIN oder Name eingeben (z. B. "MSCI World")
- ETF auswählen → "Sparplan einrichten" klicken
- Betrag eingeben (mind. 25 €), Ausführungsrhythmus wählen (monatlich, quartalsweise)
- Referenzkonto (Postbank-Girokonto) verknüpfen → Bestätigen
Für Sparpläne gilt: Ausgewählte ETFs aus dem "Sparplan-Universum" der Postbank sind günstiger oder kostenlos. Außerhalb davon können Gebühren anfallen. Die Liste der besparbaren ETFs ist kleiner als bei Discount-Brokern.
Für wen lohnt sich das Postbank-Depot?
Das Postbank-Depot passt zu einem bestimmten Typ Anleger:
- Wer bereits Postbank-Girokonto hat und alles "aus einer Hand" will
- Wer Filialunterstützung schätzt und gelegentlich persönliche Beratung nutzt
- Wer einen langfristigen Sparplan einrichtet und selten handelt (Ordergebühren spielen dann keine Rolle)
Für aktive ETF-Käufer, Einmalanleger unter 1.000 € oder wer maximale ETF-Auswahl sucht: Hier ist ein reiner Online-Broker wie Trade Republic, Scalable oder ING deutlich günstiger. Unser Broker-Vergleich zeigt alle Konditionen im direkten Gegenüberstellung.
Freistellungsauftrag bei der Postbank einrichten
Den Freistellungsauftrag kannst du direkt im Online-Banking einrichten: Depot → Steuer → Freistellungsauftrag. Bis zu 1.000 € Kapitalerträge jährlich sind damit steuerfrei. Wichtig: Nicht vergessen, wenn du bereits andere Depots hast — der Gesamtbetrag über alle Broker darf 1.000 € nicht überschreiten.