Wer einen ETF manuell kauft, begegnet zwei Ordertypen: Market Order (sofort zum aktuellen Marktpreis kaufen) und Limit Order (nur kaufen wenn der Preis unter einem bestimmten Wert liegt). Für Einsteiger ist der Unterschied zunächst verwirrend — aber die Grundlage ist einfach.

Die zwei Ordertypen erklärt

OrdertypAusführungPreisRisikoEinsatz
Market OrderSofort zum aktuellen MarktpreisKein EinflussSchlechter Preis bei VolatilitätKleine Beträge, liquide ETFs
Limit OrderNur wenn Preis ≤ LimitMaximalpreis festgelegtOrder wird evtl. nicht ausgeführtGrößere Beträge, volatile Märkte
Stop OrderWenn Preis unter Stop-Kurs fälltWird dann zur Market OrderKann in Crashs schadenFortgeschrittene Anleger
ETF kaufen mit Market Order oder Limit Order

Market Order: Einfach, aber mit einem Risiko

Eine Market Order kauft sofort zum nächsten verfügbaren Preis. Das klingt einfach — aber bei illiquiden ETFs oder direkt bei Börsenöffnung kann der tatsächliche Preis deutlich vom letzten angezeigten Kurs abweichen. Dieses Phänomen nennt sich "Slippage". Bei großen, liquiden ETFs (iShares MSCI World, Vanguard FTSE All-World) ist das Risiko sehr gering. Bei kleinen oder wenig gehandelten ETFs kann der Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis) aber empfindlich sein.

Limit Order: Mehr Kontrolle, aber kein Automatismus

Eine Limit Order kauft nur wenn der ETF-Kurs deinen festgelegten Maximalpreis erreicht oder unterschreitet. Beispiel: ETF steht bei 100 €, du setzt ein Limit von 99 €. Die Order wird nur ausgeführt wenn der Kurs auf 99 € oder darunter fällt. Vorteil: Du zahlst nie mehr als dein Limit. Nachteil: Bei steigendem Markt wird deine Order nie ausgeführt — du kaufst gar nicht.

Was gilt für ETF-Sparpläne?

Bei monatlichen ETF-Sparplänen wird automatisch eine Market Order ausgeführt — du hast keinen Einfluss auf den genauen Ausführungspreis. Das ist aber kein Problem: Bei Sparplänen ist genau dieser Automatismus der Vorteil. Du kaufst zu jedem Marktpreis, niedrig und hoch — das ist der Cost-Average-Effekt.

Praktische Empfehlung für ETF-Käufe

Für Einmalanlage eines größeren Betrags (ab 5.000 €): Limit Order setzen, ca. 0,5–1 % unter aktuellem Kurs. Das verhindert Slippage und schützt vor schlechten Ausführungspreisen in volatilen Phasen.

Für Sparplan oder kleine Einmalanlagen (unter 1.000 €): Market Order reicht vollständig. Der mögliche Preisunterschied ist bei kleinen Beträgen und liquiden ETFs minimal.

Timing: Vermeide Käufe direkt bei Börsenöffnung (9:00–9:30 Uhr) und kurz vor Schließung (17:15–17:30 Uhr) — dann sind Spreads oft größer. Handelsmitte (11:00–15:00 Uhr) ist meist günstiger.

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