Du hast dein Depot noch bei einer Hausbank oder einem älteren Online-Broker — und siehst, dass andere Anbieter deutlich günstiger sind. Lohnt sich der Wechsel? Die kurze Antwort: Meistens ja, und es ist einfacher als du denkst.

Kosten im Vergleich: Wie viel sparst du wirklich?

Broker-TypDepotgebühr p.a.Sparplan-KostenETF-Kauf Gebühr
Hausbank (z. B. Sparkasse)0–0,5 % p.a.0,25–1,5 % pro Rate0,25–1,5 % + Mindestgebühr
Älterer Online-Broker (Comdirect, DKB)0 €0–1,25 € pro Rate3,90–12,90 € pro Order
Neo-Broker (Trade Republic, Scalable)0 €0 €0–1 € pro Order

Konkretes Beispiel: 500 €/Monat Sparplan bei 1 % Sparplangebühr (Hausbank) = 60 € p.a. Gebühren. Bei Trade Republic: 0 €. Über 20 Jahre: 1.200 € direkt gesparte Gebühren — ohne Opportunitätskosten (diese 1.200 € hätten ebenfalls im Depot wachsen können). Bei größerem Depot mit Depotgebühr: noch mehr.

Wann lohnt sich der Wechsel besonders?

Zufriedener Anleger nach Depot-Wechsel zu günstigerem Broker

Der Wechsel lohnt sich besonders, wenn: Du Depotgebühren oder Sparplangebühren zahlst. Du manuelle Käufe machst und pro Order mehr als 1–2 € zahlst. Du einen aktiven Sparplan hast (monatliche Kosten summieren sich schnell). Du nicht an einen Wertpapierkredit oder andere bankspezifische Funktionen gebunden bist.

Weniger dringend beim Wechsel, wenn: Dein aktueller Broker bereits kostenlos ist und du nur gelegentlich handelst. Du gerade Wertpapiere mit unrealisierten Verlusten hast, die du bei einer Übertragung lieber behältst (kein steuerlicher Aspekt beim In-specie-Transfer).

So funktioniert ein Depot-Übertrag

Ein Depot-Übertrag (In-specie-Transfer) ist keine Verkauf und kein steuerpflichtiges Ereignis. Deine ETF-Anteile werden 1:1 zum neuen Broker übertragen — inklusive Einstandskurs und Haltedauer. Kein Kursverlust, keine Steuer, keine Unterbrechung. So läuft es ab:

1. Neues Depot eröffnen (ca. 10 Minuten online). 2. Depot-Übertrag beim neuen Broker beantragen — nicht beim alten! Der neue Broker übernimmt das. 3. Warten — der Übertrag dauert in der Regel 2–4 Wochen. 4. Altes Depot kündigen nach erfolgreicher Übertragung.

Kosten: Die meisten Neo-Broker übernehmen den Übertrag kostenlos, manche sogar mit Prämie (z. B. Trade Republic Prämie für Depotübertrag). Beim alten Broker können Übertragungsgebühren anfallen (meist 25–100 €) — die oft durch die ersten gesparten Gebühren wieder reinkommen. Mehr zu Broker-Kosten: Alle Depot-Kosten erklärt.

Wichtig: Steuerliche Aspekte beim Wechsel

Beim In-specie-Transfer entstehen keine Steuern — die Anteile werden übertragen, nicht verkauft. Allerdings: Einige ältere Broker übertragen den Einstandskurs nicht korrekt, was später zu Problemen bei der Steuererklärung führt. Lösung: Einstandskurse vor dem Übertrag dokumentieren (Screenshot). Nach dem Übertrag im neuen Depot kontrollieren. Bei Discrepancies: direkt beim neuen Broker korrigieren lassen. Mehr zu Steuer: Abgeltungssteuer und ETF | Broker Vergleich 2026.