SICHERHEIT & VERTRAUEN

Ist Robo-Advisor sicher?

Sondervermögen, BaFin-Aufsicht, Einlagensicherung — alle Schutzebenen erklärt.

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Kurze Antwort

Ja — wenn du einen BaFin-regulierten deutschen Anbieter nutzt. Dein investiertes Kapital ist als Sondervermögen getrennt vom Unternehmensvermögen. Bei einer Insolvenz des Robo-Advisors gehört das Geld weiterhin dir — nicht den Gläubigern der Firma.

Schutzebene 1: Sondervermögen

Das wichtigste Sicherheitsmerkmal eines Robo-Advisors ist das sogenannte Sondervermögen. Das bedeutet: Die ETFs, die du über einen Robo-Advisor kaufst, gehören rechtlich dir — nicht dem Unternehmen, das sie verwaltet.

Konkret heißt das: Wenn ein Robo-Advisor-Anbieter insolvent wird, werden deine ETF-Anteile nicht zur Begleichung von Unternehmensschulden herangezogen. Sie liegen auf einem separaten Depot — getrennt vom Betriebs- und Firmenvermögen. In der Praxis wird das Depot dann entweder auf einen anderen Anbieter übertragen oder du kannst deine Anteile direkt auszahlen lassen.

Diese Trennung ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 92 KAGB, Kapitalanlagegesetzbuch) und gilt für alle in Deutschland zugelassenen Kapitalverwaltungsgesellschaften.

Praktisches Beispiel

Du hast 20.000 € bei Robo-Advisor XY angelegt. XY geht insolvent. Deine 20.000 € (aktueller Depotwert) sind vollständig geschützt — weil sie in ETFs investiert sind, die dir gehören. Der Insolvenzverwalter kann nicht darauf zugreifen.

BaFin-Regulierung

Alle deutschen Robo-Advisor unterstehen der BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliert alle deutschen Finanzdienstleister. Sie prüft Kapitalausstattung, Geschäftsmodell und Compliance — bevor ein Robo-Advisor überhaupt starten darf.

Schutzebene 2: BaFin-Regulierung

Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) überwacht alle deutschen Finanzdienstleister — dazu gehören auch alle in unserem Vergleich gelisteten Robo-Advisor. Das bedeutet konkret:

Robo-Advisor, die als Wertpapierfirmen zugelassen sind (z. B. Scalable Capital, quirion), müssen zusätzlich die Anforderungen der europäischen MiFID-II-Richtlinie erfüllen — eine der strengsten Regulierungen im Finanzbereich weltweit.

Schutzebene 3: Einlagensicherung (für Bargeld)

Vorsicht: Die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € gilt nur für Bankguthaben — nicht für ETF-Anteile. ETFs sind Sondervermögen und haben deshalb einen anderen, in der Regel stärkeren Schutz.

Allerdings haben die meisten Robo-Advisor ein sogenanntes Verrechnungskonto, auf dem Bargeld liegt (z. B. wenn du Geld eingezahlt hast, das noch nicht investiert ist, oder nach einem Verkauf wartet). Dieses Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € je Person und Bank geschützt.

Vermögensart Schutzart Höhe
ETF-Anteile im Depot Sondervermögen (§ 92 KAGB) Vollständig geschützt
Bargeld auf Verrechnungskonto Gesetzliche Einlagensicherung Bis 100.000 € je Bank
Verwaltungsgebühren (bezahlt) Kein Schutz

Sicherheitsübersicht: Alle 11 Anbieter

Welche Depotbank steckt hinter welchem Robo-Advisor?

Anbieter Depotbank BaFin-reguliert Sondervermögen
quirion Quirin Privatbank AG Ja Ja
Ginmon Baader Bank AG Ja Ja
Raisin Invest Raisin GmbH / Partnerbanken Ja Ja
growney FFB (FIL Fondsbank) Ja Ja
Scalable Capital Baader Bank AG Ja Ja
bevestor DZ BANK AG Ja Ja
Oskar Baader Bank AG Ja Ja
Whitebox Baader Bank AG Ja Ja
ROBIN Deutsche Bank AG Ja Ja
myPension myPension AG (Versicherung) Ja Ja
fintego FNZ Bank (ebase) Ja Ja

Was kann trotzdem schiefgehen?

Sondervermögen schützt vor Insolvenz des Anbieters — aber nicht vor Marktrisiken. Das sind die tatsächlichen Risiken beim Robo-Advisor:

Marktrisiko: ETF-Kurse können fallen. Bei einem Aktiencrash verliert dein Depot vorübergehend an Wert. Das ist kein Fehler des Robo-Advisors — das ist die normale Marktschwankung.
Währungsrisiko: Wenn du in globale ETFs (MSCI World) investierst, gibt es ein Währungsrisiko — der Euro könnte gegenüber dem Dollar steigen, was die Rendite senkt.
Nicht geschützt: Verwaltungsgebühren, die du bereits bezahlt hast, sind weg. Wenn du in einer Verlustphase verkaufst, realisierst du den Verlust.
Geschützt: Insolvenz des Anbieters, Hacking des Unternehmens (Depots liegen bei Depotbank, nicht beim Robo-Advisor selbst).

Häufige Fragen zur Sicherheit

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