Die wichtigste Finanzfrage überhaupt: Was zuerst — Notgroschen oder ETF-Sparplan? Die Antwort ist klar: Notgroschen zuerst. Aber "wie viel" und "wo" ist differenzierter, als die meisten denken.
Wie viel Notgroschen brauchst du?
| Situation | Empfohlener Notgroschen | Monatliches Netto-Beispiel | Zielgröße |
|---|---|---|---|
| Angestellter (sicherer Job) | 3 Monatsgehälter | 2.500 € netto | 7.500 € |
| Angestellter (unsicherer Job) | 4–5 Monatsgehälter | 2.500 € netto | 10.000–12.500 € |
| Selbstständiger | 6–12 Monatsgehälter | 3.000 € netto | 18.000–36.000 € |
| Familie (Alleinverdiener) | 4–6 Monatsgehälter | 4.000 € netto | 16.000–24.000 € |
Der Notgroschen deckt: Jobverlust (Überbrückung bis Arbeitslosengeld/neuer Job), unerwartete Reparaturen (Auto, Wohnung), Krankheit, familiäre Notlagen. Er ist kein Anlageinstrument — er muss sofort verfügbar sein.
Wo parkst du den Notgroschen?
Tagesgeldkonto — die richtige Wahl: Täglich verfügbar, kein Kursrisiko, aktuell 2,0–3,5 % Zinsen. Der Notgroschen darf NICHT im ETF liegen. Warum? Wenn der Markt genau dann −30 % macht, wenn du das Geld brauchst, musst du mit Verlust verkaufen. Das wäre das Gegenteil von Sicherheit.
Nicht geeignet für den Notgroschen: ETF (Kursrisiko), Festgeld (nicht täglich verfügbar), Wertpapiere jeder Art.
Wann startest du mit dem ETF-Sparplan?
Idealerweise parallel — aber mit Priorität. Wenn du heute 300 €/Monat frei hast: 200 € in den Notgroschen-Aufbau + 100 € in den ETF-Sparplan. Sobald der Notgroschen vollständig ist: die vollen 300 € in den ETF. Diese Parallelstrategie ist psychologisch sinnvoll — wer mit dem ETF wartet bis der Notgroschen steht, verliert wertvolle Zeit und Zinseszins-Effekt.
Beispiel: 8.000 € Notgroschen-Ziel, 200 €/Monat dafür → fertig nach 40 Monaten. 40 Monate kein ETF-Sparplan kostet bei 100 €/Monat und 7 % p.a. ca. 4.700 € entgangene Rendite (Opportunitätskosten). Besser: Parallel aufbauen. Für den Sparplan-Einstieg: ETF Einsteiger: 5 Schritte | ETF-Sparplan ab 50 € | Sparplan-Rechner.