Scalable Capital ist mit über 600.000 Kunden der größte deutsche Robo-Advisor — aber ist er auch der beste? In diesem Erfahrungsbericht schauen wir uns an, was Scalable Capital wirklich leistet: Rendite, App-Erfahrung, Kosten und die ehrlichen Nachteile.

Scalable Capital im Überblick

Scalable Capital wurde 2014 in München gegründet und ist heute der Marktführer unter den deutschen Robo-Advisorn. Das Kernprodukt: ein vollautomatisch verwaltetes ETF-Portfolio mit einem einzigartigen Value-at-Risk (VaR)-Ansatz. Das bedeutet: Der Algorithmus überwacht täglich das maximale Verlustrisiko deines Portfolios und schichtet automatisch um, wenn es steigt.

Zusätzlich zum Robo-Advisor bietet Scalable Capital seit 2020 auch einen günstigen Online-Broker an — das hat die Nutzerbasis deutlich erweitert, führt aber gelegentlich zu Verwirrung, was genau man bei Scalable nutzt.

Kosten und Gebühren im Test

Scalable Capital berechnet 0,75 % Verwaltungsgebühr p.a. auf das Depotvolumen — dazu kommen die ETF-Kosten von ca. 0,17 %. Gesamtkosten also etwa 0,92 % pro Jahr. Das ist für einen Robo-Advisor im Mittelfeld — günstiger als Oskar (bis 1 %), teurer als quirion (0,48 % ab 10k) oder Raisin Invest (0,49 %).

Ab 1.000 € Mindestanlage. Sparplan ab 50 € / Monat. Im Vergleich ist das eher am oberen Ende — growney und Ginmon starten bei 1 €.

Die App-Erfahrung — Stärken und Schwächen

Die Scalable-App ist eine der besten im Vergleich: übersichtlich, schnell, intuitiv. Performance-Tracking, Einzahlungen und Sparplan-Anpassungen funktionieren reibungslos. Der Kundendienst reagiert in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Kritik gibt es beim Onboarding — der Risikofragebogen wirkt aufwändig im Vergleich zu quirion oder growney.

Rendite: Was haben Scalable-Kunden verdient?

Scalable Capital veröffentlicht keine einzelnen Rendite-Zeitreihen, aber die Portfolios mit hohem Aktienanteil haben in guten Börsenjahren (2019, 2021, 2023) Renditen von 12–20 % erzielt — ähnlich wie andere Robo-Advisor in dieser Risikoklasse. In Krisenzeiten (2020, 2022) zeigte der VaR-Ansatz seine Kehrseite: frühzeitig in Sicherheit umschichten klingt gut, bedeutet aber auch, dass Teile des Aufschwungs verpasst werden.

Kündigung und Auszahlung

Die Kündigung bei Scalable Capital ist unkompliziert: über die App, kein Mindestvertragszeitraum, kein Kündigungsformular in Papierform nötig. Die Auszahlung dauert in der Regel 5–10 Werktage. Ein Depotübertrag zu einem anderen Broker ist ebenfalls möglich und kostenlos.

Fazit: Für wen ist Scalable Capital geeignet?

Scalable Capital ist eine gute Wahl, wenn du den bekanntesten deutschen Robo-Advisor mit starker App-Erfahrung willst — und bereit bist, 0,75 % p.a. für aktives Risikomanagement zu zahlen. Wer primär auf günstige Gebühren setzt, findet mit quirion oder Raisin Invest günstigere Alternativen. Scalable Capital ist nicht empfehlenswert für reine Buy-and-Hold-Anleger, die den VaR-Mechanismus nicht brauchen.

Scalable Capital vs. quirion vs. Ginmon — direkter Vergleich

KriteriumScalable CapitalquirionGinmon
Verwaltungsgebühr0,75 % p.a.0 % (bis 10k) / 0,48 %0,39 % p.a.
Mindestanlage1.000 €500 €1 €
RisikosteuerungValue-at-Risk (dynamisch)Feste RisikoklassenFaktor-Investing
App-QualitätSehr gutFunktionalGut
Nachhaltige OptionJa (ESG)Ja (ESG)Ja (SRI)

Der VaR-Ansatz von Scalable ist einzigartig — bedeutet aber auch, dass das Portfolio in Stressphasen aktiv umgeschichtet wird. In ruhigen Märkten überperformt Scalable Capital kaum. Wer wirklich die günstigste Option sucht: quirion kostenlos bis 10.000 €. Für einen Überblick aller Anbieter: Robo-Advisor Vergleich.