Viele Anleger sind unsicher: Muss ich meinen Robo-Advisor in der Steuererklärung angeben? Die gute Nachricht: Für die meisten ist es keine Pflicht — aber oft trotzdem sinnvoll. Hier kommt die vollständige Erklärung.
Grundprinzip: Abgeltungsteuer = bereits erledigt
Robo-Advisor und Broker in Deutschland führen Kapitalertragsteuer automatisch an das Finanzamt ab — Abgeltungsteuer (25 %) + Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer). Das ist die sogenannte Abgeltungswirkung: Du bist steuerlich fertig, ohne etwas tun zu müssen. In der Steuererklärung musst du Kapitalerträge aus deutschen Depots grundsätzlich nicht angeben.
Wann musst du trotzdem Anlage KAP ausfüllen?
| Situation | Anlage KAP nötig? | Warum? |
|---|---|---|
| Freistellungsauftrag nicht gestellt, Steuer zu viel gezahlt | Ja (freiwillig, lohnt sich) | Erstattung des zu viel Gezahlten |
| Persönlicher Steuersatz unter 25 % (Günstigerprüfung) | Ja (freiwillig, lohnt sich) | Steuererstattung möglich |
| Depot im Ausland (z. B. Interactive Brokers) | Ja (Pflicht) | Ausländische Depots ohne Abgeltungssteuer |
| Verluste über Broker-Grenzen hinaus verrechnen | Ja (freiwillig) | Broker führen eigene Verlustverrechnungstöpfe |
| Kirchensteuer auf Kapitalerträge | Ja | Wenn kein Kirchensteuermerkmal beim Broker hinterlegt |
| Normaler Fall: DE-Depot, Freibetrag korrekt gestellt | Nein | Alles bereits automatisch abgeführt |
Was ist die Jahressteuerbescheinigung?
Jeder Broker und Robo-Advisor stellt dir am Jahresende eine Jahressteuerbescheinigung aus. Sie enthält alle steuerrelevanten Kapitalerträge des vergangenen Jahres: Zinsen, Dividenden, realisierte Gewinne, angewandte Freibeträge, abgeführte Steuer, Verlustverrechnungstöpfe. Diese Bescheinigung brauchst du, wenn du Anlage KAP ausfüllst.
Wichtig: Robo-Advisor erstellen die Bescheinigung oft etwas später als klassische Broker — manchmal erst im März. Plane das bei deiner Steuererklärungsfrist ein.
Die Günstigerprüfung: Wann lohnt sie sich?
Wenn dein persönlicher Einkommensteuersatz unter 25 % liegt, kann die Günstigerprüfung sinnvoll sein. Das Finanzamt wendet dann deinen niedrigeren Steuersatz auf die Kapitalerträge an und erstattet die Differenz. Relevant bei:
- Teilzeit- oder Minijobbern mit geringem Gesamteinkommen
- Studierenden mit Depot
- Rentnern mit kleiner Rente + Depot-Erträgen
- Selbstständigen mit stark schwankenden Einnahmen in schwachen Jahren
Vorabpauschale: Was Robo-Advisor-Kunden wissen müssen
Seit 2018 gilt für thesaurierende ETFs die Vorabpauschale: Auch wenn du keine Erträge ausschüttest oder verkaufst, wird eine fiktive Mindestrendite besteuert. Der Broker bucht den Betrag automatisch aus dem Verrechnungskonto — du musst nichts manuell tun. Stelle sicher, dass ausreichend Guthaben auf dem Verrechnungskonto liegt, damit es nicht zu einem Fehlbuchung kommt. Mehr dazu: Abgeltungssteuer bei Robo-Advisorn vollständig erklärt und Freistellungsauftrag optimal nutzen. Robo-Advisor mit bestem Steuer-Service: Vergleich 2026.