50 Euro monatlich ab dem ersten Lebenstag — klingt nach wenig. Aber mit 7% Rendite sind das bis zum 18. Geburtstag rund 21.000 Euro. Wer erst mit dem 10. Geburtstag anfängt: 8.700 Euro. Gleiche Sparrate, fast dreimal so viel Unterschied. Der Zinseszinseffekt ist gnadenlos — und bei Kinderdepots besonders dramatisch, weil der Zeithorizont so lang ist.

Warum früh anfangen so entscheidend ist

Zinseszins bedeutet: Rendite auf die bereits erzielte Rendite. Mit einem langen Zeithorizont wird das exponentiell. Die ersten Jahre eines Depots sind die wertvollsten — nicht weil dort das meiste Geld liegt, sondern weil die frühen Gewinne am längsten weiter wachsen.

StartSparrateLaufzeitEndwert (7% p.a.)
Ab Geburt50 €/Monat18 Jahre~21.400 €
Ab 5. Geburtstag50 €/Monat13 Jahre~13.800 €
Ab 10. Geburtstag50 €/Monat8 Jahre~8.700 €
Ab 14. Geburtstag50 €/Monat4 Jahre~3.200 €
Ab Geburt100 €/Monat18 Jahre~42.800 €

Die Botschaft ist eindeutig: Jeden Monat früher anfangen zählt. Geburtstags- und Weihnachtsgeld der Großeltern? Direkt ins Depot.

Steuerliche Vorteile bei Kinderdepots

Ein oft übersehener Vorteil: Kinder haben eigene steuerliche Freibeträge. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro gilt auch für Minderjährige. Zusätzlich gibt es den Grundfreibetrag (2026: 12.084 Euro) — wenn das Kind keine anderen Einkünfte hat, können Kapitalerträge bis zu dieser Grenze steuerfrei sein, wenn eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt beantragt wird.

Das bedeutet in der Praxis: Bei moderaten Depotgrößen zahlt das Kind faktisch keine Steuern auf Kapitalerträge. Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber dem elterlichen Depot, wo Erträge sofort der Abgeltungssteuer unterliegen.

Wichtig: Das Geld muss wirklich dem Kind gehören — keine Rückübertragung an die Eltern. Andernfalls erkennt das Finanzamt die Schenkung nicht an.

Welche Depottypen für Minderjährige gibt es?

Minderjährige können kein eigenständiges Depot eröffnen. Es gibt drei Wege:

  • Depot auf den Namen des Kindes mit Eltern als gesetzlichen Vertretern — das Kind ist wirtschaftlicher Eigentümer, Eltern verwalten es treuhänderisch.
  • Depot auf eigenen Namen mit Zweckbindung — Eltern legen selbst an und übergeben das Depot später. Steuerlich weniger vorteilhaft.
  • Robo-Advisor mit Kinderdepot-Funktion — einige Anbieter haben diesen Prozess vereinfacht.

Rechtlich gilt: Eltern sind gesetzliche Vertreter. Sie dürfen das Geld des Kindes verwalten, aber nicht für sich nutzen. Bei größeren Vermögen kann ein Familiengericht involviert sein.

Welche Robo-Advisor bieten Kinderdepots an?

Nicht alle Anbieter unterstützen Depots für Minderjährige. Die bekanntesten Optionen:

AnbieterKinderdepotBesonderheitKosten p.a.
OskarJa (speziell)Explizit für Kinder entwickelt, einfache Einrichtung, Familienportalca. 0,8%
quirionJaGünstigster regulierter Robo, ab 25€/Monat0,48%
Scalable CapitalNein (direkt)Nur über Elterndepot möglich0,75%
Klassische BankJaOft aktive Fonds, hohe Kosten1,5–2,5%
Tipp für Familien: Oskar ist speziell für Kinder und Familien entwickelt — mit einfacher Einrichtung und kindgerechtem Familienportal — Oskar Kinderdepot entdecken →

Robo-Advisor vs. selbstverwaltetes Depot für Kinder

Die Frage ist nicht ob man investiert, sondern wie. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung:

KriteriumRobo-AdvisorSelbst verwaltet (ETF)
AufwandMinimal — vollautomatischEinrichtung + jährliches Rebalancing
Kosten0,48–0,8% p.a.0,1–0,25% TER (nur ETF-Kosten)
Kinderdepot-SupportJe nach Anbieter direktEigenes Research nötig
SteuernAutomatisches ReportingSelbst verwalten
FlexibilitätEingeschränkt (feste Strategie)Vollständige Kontrolle
Empfehlung für wenEltern ohne Zeit/InteresseEltern die selbst investieren

Für die meisten Familien ist der Robo-Advisor die bessere Wahl — nicht weil er mehr Rendite bringt, sondern weil er verhindert dass man nichts tut. Ein perfektes eigenes Depot das nie eingerichtet wird, bringt null Rendite.

Was beim Übergabezeitpunkt zu beachten ist

Mit 18 gehört das Depot dem Kind — rechtlich und faktisch. Das ist sowohl Vorteil als auch Risiko. Wer möchte dass das Geld für Studium oder Hauskauf genutzt wird, sollte das Gespräch frühzeitig führen. Es gibt keine rechtliche Zweckbindung. Das Kind kann das Depot ab 18 für alles nutzen — oder nichts tun und es weiterlaufen lassen.

Manche Eltern machen deshalb zwei Depots: eines auf den Namen des Kindes (steuerlich optimal), eines auf den eigenen Namen (mehr Kontrolle). Das ist legitim und kombiniert beide Vorteile.

Fazit: Anfangen ist wichtiger als das perfekte Setup

Das beste Kinderdepot ist das das heute startet, nicht das das perfekt geplant wurde. 50 Euro monatlich ab Geburt über 18 Jahre ist besser als 150 Euro ab dem 15. Geburtstag. Wer keine Zeit für eigene ETF-Auswahl hat: Oskar oder quirion bieten unkomplizierte Lösungen mit solider Strategie.