Ein großer Vorteil von Robo-Advisorn: Die meiste Steuerabwicklung läuft automatisch. Aber "automatisch" bedeutet nicht "steuerfrei". Dieser Artikel erklärt, wann du beim Robo-Advisor Steuern zahlst, was automatisch passiert und was du selbst erledigen musst.

Robo Advisor Abgeltungssteuer Steuern Erklärung

Was ist die Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer beträgt 25 % auf Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne), plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf = 26,375 % effektiv. Bei Kirchensteuerpflicht kommen noch ca. 2,8 % (bei 8 % Kirchensteuer) oder 2,5 % (9 %) hinzu.

Freistellungsauftrag: Die ersten 1.000 € Kapitalerträge pro Person (2.000 € bei Paaren) im Jahr sind steuerfrei. Das gilt auch beim Robo-Advisor — du musst den Freistellungsauftrag aber aktiv im Kundenportal einrichten.

Wann fällt Abgeltungssteuer beim Robo-Advisor an?

EreignisSteuer fällig?Automatisch abgeführt?Details
Rebalancing (Verkauf + Kauf)Ja (auf Gewinne)JaRobo verkauft übergewichtete ETFs — auf Buchgewinne wird automatisch Steuer abgeführt
DividendenausschüttungJaJaBei ausschüttenden ETFs: Steuer direkt bei Ausschüttung; thesaurierend: Vorabpauschale
Vorabpauschale (thesaurierend)Ja (meist sehr niedrig)JaJährlich im Januar; Broker bucht automatisch vom Verrechnungskonto ab
Auszahlung / KündigungJa (auf Gewinne)JaGesamter Gewinn bei Entnahme wird versteuert (minus bisher gezahlter Vorabpauschale)
Depotübertrag auf anderen BrokerNeinSteuerneutral, solange Anteile nur übertragen, nicht verkauft werden

Was macht der Robo automatisch?

Deutsche und in Deutschland zugelassene Robo-Advisor (z. B. quirion, Scalable Capital) sind als deutsche Depotbanken oder über deutsche Banken organisiert. Das bedeutet: Sie führen die Abgeltungssteuer automatisch ans Finanzamt ab — genau wie eine Hausbank.

Du erhältst am Jahresende eine Jahressteuerbescheinigung. Diese enthält: alle Kapitalerträge, abgeführte Steuern, Vorabpauschalen, bereits genutzten Freistellungsauftrag. Diese Bescheinigung kannst du direkt in der Steuererklärung verwenden (Anlage KAP).

Musst du beim Robo-Advisor eine Steuererklärung machen?

In den meisten Fällen nein — die Steuer ist bereits abgegolten ("Abgeltungssteuer"). Ausnahme: Wenn du die Günstigerprüfung nutzen möchtest (dein persönlicher Steuersatz ist unter 25 %) oder wenn du mehrere Depots hast und Verluste zwischen ihnen verrechnen möchtest. In beiden Fällen: Anlage KAP der Steuererklärung ausfüllen.

Freistellungsauftrag beim Robo einrichten

Nicht vergessen: Den Freistellungsauftrag musst du selbst einrichten — er ist nicht automatisch aktiv. Im Kundenportal des Robo-Advisors (meist unter "Steuer" oder "Dokumente") kannst du bis zu 1.000 €/Jahr steuerfrei stellen. Wenn du mehrere Depots hast, teile den Betrag auf (Summe aller Freistellungsaufträge darf 1.000 € nicht übersteigen).

Tipp: Denke auch an die Vorabpauschale — stelle sicher, dass auf deinem Verrechnungskonto im Januar ausreichend Guthaben vorhanden ist, sonst kann die Abrechnung scheitern.

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