P2P-Lending-Plattformen wie Bondora, Mintos oder Auxmoney werben mit Renditen von 8–12 % — deutlich mehr als ein MSCI World ETF historisch bietet. Warum investieren dann die meisten Finanzexperten in ETFs statt P2P?

Was sind P2P-Kredite?

P2P steht für "Peer-to-Peer" — du verleihst Geld direkt an Privatpersonen oder Unternehmen über eine Plattform, ohne Bank als Vermittler. Die Plattform nimmt eine Gebühr, du erhältst Zinsen. Klingt einfach — aber die Risiken sind erheblich.

P2P-Kredite vs. ETF: Der direkte Vergleich

KriteriumP2P-KrediteETF (MSCI World)
Rendite (historisch)8–12 % (Plattform-Angaben)7–9 % p.a. (Markt)
Ausfallrisikohoch (Kreditnehmer kann nicht zahlen)kein Ausfall (Sondervermögen)
Plattformrisikohoch (Plattform kann insolvent gehen)keines
Regulierunggering bis mittel (oft Osteuropa)stark (BaFin, UCITS)
Liquiditätgering (Sekundärmarkt, oft illiquide)hoch (börsentäglich handelbar)
EinlagensicherungkeineSondervermögen-Schutz
P2P Kredite vs ETF 2026: Was ist besser? Risikovergleich

Das Problem mit P2P-Renditeversprechen

Die ausgewiesenen Renditen (8–12 %) berücksichtigen oft nicht vollständig: Ausfallquoten von Krediten, Plattform-Insolvenzen (mehrere P2P-Plattformen sind in 2019–2022 insolvent gegangen) und illiquide Phasen in Krisen (Anleger konnten nicht auszahlen). Real erzielte Renditen vieler P2P-Anleger nach Abzug von Ausfällen und Kosten liegen deutlich unter den ausgewiesenen Zahlen.

Wann kann P2P sinnvoll als Beimischung sein?

Als kleiner Teil (max. 5–10 %) eines diversifizierten Portfolios kann P2P eine interessante Ergänzung sein — wenn du dir der Risiken bewusst bist und nur mit Geld investierst, das du im Worst-Case verlieren kannst. Als Hauptanlage: nicht empfehlenswert.

Für zuverlässige Rendite ohne Plattformrisiko: ETF-Sparplan oder Robo Advisor. Alle Robo-Advisor-Anbieter im Vergleich.