Ein ETF-Sparplan für Kinder ist eines der wirkungsvollsten Geschenke, das Eltern machen können. 100 € monatlich ab Geburt, 7 % Jahresrendite — nach 18 Jahren sind das über 40.000 € für den Start ins Leben. Hier erfährst du, wie du das konkret umsetzt.

ETF Sparplan Kind Depot einrichten

Depot aufs Kind oder aufs eigene Konto?

Die erste Entscheidung: Richtest du das Depot auf den Namen des Kindes ein (Kinderdepot) oder sparst du auf deinem eigenen Depot für das Kind? Beide Wege haben Vor- und Nachteile.

KriteriumKinderdepot (Kind als Inhaber)Eigenes Depot (Eltern)
Steuerfreibetrag KindJa — 1.000 € Sparerpauschbetrag des KindesNein — fällt in Steuerfreibetrag der Eltern
Verfügbarkeit ab 18Automatisch beim KindEltern müssen aktiv übertragen
Kontrolle der ElternBis 18 volle Kontrolle, dann wegEltern behalten immer Kontrolle
BAföG/SozialleistungenVermögen des Kindes wird angerechnetKein Einfluss auf BAföG des Kindes
SteueroptimierungHoch — eigener Freibetrag des Kindes nutzbarGering

Das Kinderdepot ist steuerlich attraktiver — das Kind hat seinen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr, der vollständig genutzt werden kann. Bei einem BAföG-Antrag könnte das Depot aber als Vermögen angerechnet werden. Wer das vermeiden will, spart auf eigenem Depot und überträgt das Geld später als Schenkung.

Welche Broker eignen sich für Kinderdepots?

Nicht alle Broker erlauben Minderjährigen-Depots. Diese Anbieter ermöglichen Kinderdepots in Deutschland:

AnbieterMindestrateKosten ETF-SparplanBesonderheit
DKB25 €/Monat1,50 €/AusführungKostenlos bis 26 für Kinder
Comdirect25 €/Monat1,50 % (min. 1,50 €)Depot für Kinder ab 0 Jahre
ING1 €/MonatKostenlos (ausgewählte ETFs)Große ETF-Sparplanauswahl
Consorsbank10 €/Monat1,50 % (min. 1,50 €)Kinderdepot mit Giro-Kombi

Hinweis: Robo-Advisor wie quirion bieten kein klassisches Kinderdepot an. Hier empfiehlt sich ein separates Depot der Eltern mit klarer Zweckwidmung. Der Vorteil: automatisches Rebalancing ohne eigenes Zutun — ideal für vielbeschäftigte Eltern.

Welcher ETF ist für Kinder am besten?

Für einen Kindersparplan empfehlen sich thesaurierende Welt-ETFs: Sie reinvestieren Dividenden automatisch (maximaler Zinseszinseffekt), sind breit diversifiziert und haben niedrige Kosten. Top-Empfehlungen:

  • Vanguard FTSE All-World Acc (IE00B3RBWM25) — 3.700+ Aktien, 0,22 % TER, optimal diversifiziert
  • iShares Core MSCI World ETF Acc (IE00B4L5Y983) — 1.400+ Aktien, 0,20 % TER, reiner Industrieländer-Fokus
  • Xtrackers MSCI World Swap Acc (LU0274208692) — 0,15 % TER, günstigste Variante

Wie viel sollte ich monatlich sparen?

Eine einfache Orientierung für verschiedene Sparziele des Kindes:

Monatliche RateLaufzeitZielkapital (ca. 7 % p.a.)Typisches Ziel
50 €18 Jahre~20.000 €Führerschein + Startkapital
100 €18 Jahre~41.000 €Studium oder erste Wohnung
200 €18 Jahre~82.000 €Eigenkapital Immobilie
50 €25 Jahre~41.000 €Vorsorgepolster für Berufsstart

Schon 50 € monatlich ab Geburt können nach 18 Jahren 20.000 € bedeuten — steuerfrei, wenn der Sparerpauschbetrag des Kindes nicht überschritten wird. Das übertrifft jeden Sparstrumpf um ein Vielfaches.

Steuerliche Besonderheit: Freistellungsauftrag für Kinder

Vergiss nicht, beim Broker einen Freistellungsauftrag in Höhe von 1.000 € für das Kinderdepot einzurichten. Damit bleiben Kapitalerträge bis 1.000 € pro Jahr vollständig steuerfrei. Ergänzend kann beim Finanzamt ein Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragt werden, wenn das Gesamteinkommen des Kindes sehr gering ist.

Fazit: Früh starten zahlt sich aus

Ein ETF-Sparplan fürs Kind ist eine der renditereichsten Anlageentscheidungen, die du als Elternteil treffen kannst. Entscheidend ist: früh starten, thesaurierender Welt-ETF, Freibetrag nutzen. Mehr zum Thema: Robo-Advisor für Kinder im Vergleich, was 200 € monatlich in 20 Jahren bringen und unser ETF-Zinseszins-Rechner für eigene Berechnungen.