Selbstständige und Freiberufler haben keine automatische Altersvorsorge. Kein Arbeitgeber der die Hälfte der Rentenversicherung zahlt, keine betriebliche Altersvorsorge, keine VL. Wer selbstständig ist, muss Altersvorsorge vollständig eigenständig aufbauen — und ETFs sind dafür oft die beste Lösung.

ETF Sparplan für Selbstständige 2026

Warum Selbstständige besonders auf ETF-Sparpläne angewiesen sind

Ein Angestellter mit 3.500 € Brutto zahlt ca. 350 € monatlich in die gesetzliche Rentenversicherung — und sein Arbeitgeber weitere 350 €. Das ergibt 700 €/Monat für die Rente, ohne aktive Entscheidung. Selbstständige haben das nicht. Gleichzeitig verdienen viele Selbstständige mehr als Angestellte — und könnten erheblich mehr sparen wenn sie es richtig angehen.

Das größte Problem: Unregelmäßiges Einkommen

Der ETF-Sparplan setzt auf Regelmäßigkeit — aber Selbstständige haben oft schwankende Einnahmen. Lösung: Flexibler Sparplan mit variablen Raten:

MonatUmsatzEmpfohlene SparrateAnsatz
Guter Monat (3.000 € netto)hoch600–900 €20–30 % des Nettos
Normaler Monat (2.000 € netto)mittel300–400 €15–20 % des Nettos
Schwacher Monat (1.000 € netto)niedrig100–200 € (Minimum)Nie ganz pausieren
Auftragsloses Monatkein Umsatz0 € — aus Puffer zahlenBusiness-Notgroschen nutzen

Grundprinzip: In guten Monaten überdurchschnittlich sparen, in schwachen Monaten das Minimum aufrechterhalten. Ein Business-Notgroschen (6 Monate Betriebskosten + Lebenshaltung) ermöglicht das.

ETF vs. Rürup-Rente für Selbstständige

MerkmalETF-SparplanRürup-Rente (Basis-Rente)
Steuerlicher VorteilKein direkter VorteilBeiträge steuerlich absetzbar (bis 27.566 €/Jahr 2026)
FlexibilitätJederzeit pausieren, verkaufen, entnehmenKapital bis Rente gebunden, kaum Zugriff
RenditeMarktrendite (historisch 7–10 % p.a.)Von Versicherung abhängig (oft 3–5 % p.a.)
KostenSehr günstig (TER 0,1–0,2 %)Höhere Kosten (Versicherungsmarge)
EmpfehlungFür Flexibilität und höhere RenditeFür hohe Steuerlast + langfristige Bindung akzeptabel

Für die meisten Selbstständigen: ETF-Sparplan als Hauptinstrument, Rürup optional wenn Steuerlast sehr hoch (ab ca. 40–50 % Grenzsteuersatz). Die Kosten aller Robo-Anbieter — eine Alternative für Selbstständige die nicht aktiv managen wollen: Robo-Advisor Kosten Vergleich.

Wie viel sollte ein Selbstständiger für die Altersvorsorge sparen?

Netto-Einkommen/MonatMindest-Sparrate (15 %)Empfehlung (25 %)Aggressiv (35 %)
2.000 €300 €500 €700 €
3.000 €450 €750 €1.050 €
5.000 €750 €1.250 €1.750 €
8.000 €1.200 €2.000 €2.800 €

Selbstständige sollten mehr als Angestellte sparen weil sie keinen Arbeitgeberanteil haben. 25 % des Nettoeinkommens ist eine realistische Zielgröße. Wer als Selbstständiger erst mit 40 anfängt: ETF Sparplan mit 40 anfangen. Details zur Gesamtstrategie: Vermögensaufbau Strategie 2026. Finanzielle Unabhängigkeit als Selbstständiger: Finanzielle Freiheit erreichen 2026. Den besten Broker für flexible Sparpläne: Depot-Vergleich 2026.