Selbstständige und Freiberufler haben keine automatische Altersvorsorge. Kein Arbeitgeber der die Hälfte der Rentenversicherung zahlt, keine betriebliche Altersvorsorge, keine VL. Wer selbstständig ist, muss Altersvorsorge vollständig eigenständig aufbauen — und ETFs sind dafür oft die beste Lösung.
Warum Selbstständige besonders auf ETF-Sparpläne angewiesen sind
Ein Angestellter mit 3.500 € Brutto zahlt ca. 350 € monatlich in die gesetzliche Rentenversicherung — und sein Arbeitgeber weitere 350 €. Das ergibt 700 €/Monat für die Rente, ohne aktive Entscheidung. Selbstständige haben das nicht. Gleichzeitig verdienen viele Selbstständige mehr als Angestellte — und könnten erheblich mehr sparen wenn sie es richtig angehen.
Das größte Problem: Unregelmäßiges Einkommen
Der ETF-Sparplan setzt auf Regelmäßigkeit — aber Selbstständige haben oft schwankende Einnahmen. Lösung: Flexibler Sparplan mit variablen Raten:
| Monat | Umsatz | Empfohlene Sparrate | Ansatz |
|---|---|---|---|
| Guter Monat (3.000 € netto) | hoch | 600–900 € | 20–30 % des Nettos |
| Normaler Monat (2.000 € netto) | mittel | 300–400 € | 15–20 % des Nettos |
| Schwacher Monat (1.000 € netto) | niedrig | 100–200 € (Minimum) | Nie ganz pausieren |
| Auftragsloses Monat | kein Umsatz | 0 € — aus Puffer zahlen | Business-Notgroschen nutzen |
Grundprinzip: In guten Monaten überdurchschnittlich sparen, in schwachen Monaten das Minimum aufrechterhalten. Ein Business-Notgroschen (6 Monate Betriebskosten + Lebenshaltung) ermöglicht das.
ETF vs. Rürup-Rente für Selbstständige
| Merkmal | ETF-Sparplan | Rürup-Rente (Basis-Rente) |
|---|---|---|
| Steuerlicher Vorteil | Kein direkter Vorteil | Beiträge steuerlich absetzbar (bis 27.566 €/Jahr 2026) |
| Flexibilität | Jederzeit pausieren, verkaufen, entnehmen | Kapital bis Rente gebunden, kaum Zugriff |
| Rendite | Marktrendite (historisch 7–10 % p.a.) | Von Versicherung abhängig (oft 3–5 % p.a.) |
| Kosten | Sehr günstig (TER 0,1–0,2 %) | Höhere Kosten (Versicherungsmarge) |
| Empfehlung | Für Flexibilität und höhere Rendite | Für hohe Steuerlast + langfristige Bindung akzeptabel |
Für die meisten Selbstständigen: ETF-Sparplan als Hauptinstrument, Rürup optional wenn Steuerlast sehr hoch (ab ca. 40–50 % Grenzsteuersatz). Die Kosten aller Robo-Anbieter — eine Alternative für Selbstständige die nicht aktiv managen wollen: Robo-Advisor Kosten Vergleich.
Wie viel sollte ein Selbstständiger für die Altersvorsorge sparen?
| Netto-Einkommen/Monat | Mindest-Sparrate (15 %) | Empfehlung (25 %) | Aggressiv (35 %) |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | 300 € | 500 € | 700 € |
| 3.000 € | 450 € | 750 € | 1.050 € |
| 5.000 € | 750 € | 1.250 € | 1.750 € |
| 8.000 € | 1.200 € | 2.000 € | 2.800 € |
Selbstständige sollten mehr als Angestellte sparen weil sie keinen Arbeitgeberanteil haben. 25 % des Nettoeinkommens ist eine realistische Zielgröße. Wer als Selbstständiger erst mit 40 anfängt: ETF Sparplan mit 40 anfangen. Details zur Gesamtstrategie: Vermögensaufbau Strategie 2026. Finanzielle Unabhängigkeit als Selbstständiger: Finanzielle Freiheit erreichen 2026. Den besten Broker für flexible Sparpläne: Depot-Vergleich 2026.