Die gesetzliche Rente allein reicht für die meisten Menschen nicht aus. Die Rentenlücke — die Differenz zwischen letztem Nettogehalt und gesetzlicher Rente — beträgt im Durchschnitt 40–50 %. Wer 3.000 € netto verdient, bekommt als Rentner oft nur 1.400–1.800 €. Die Differenz muss durch private Vorsorge gedeckt werden.
Fünf Instrumente stehen zur Verfügung. Welches am besten passt, hängt von Beruf, Steuersatz, Arbeitgeber und Flexibilitätsbedarf ab.
Die 5 Säulen der Altersvorsorge im Vergleich
| Vorsorge | Steuervorteil | Rendite | Flexibilität | Für wen? |
|---|---|---|---|---|
| Gesetzl. Rente (GRV) | Beiträge absetzbar | ~2–3 % | Keine | Pflicht für Arbeitnehmer |
| Riester-Rente | Zulagen + Steuer | 1–3 % | Gering | Familien, Niedrigverdiener |
| Rürup-Rente | Sehr hoch (bis 94 %) | 2–4 % | Sehr gering | Selbstständige, hoher Steuersatz |
| bAV (Betriebsrente) | SV + Steuervorteil | 3–6 %* | Gering | Arbeitnehmer mit AG-Zuschuss |
| ETF-Depot (privat) | Teilfreistellung 30 % | 6–9 % | Sehr hoch | Fast alle — besonders flexible Anleger |
* inkl. Arbeitgeber-Zuschuss 15 %; ohne Zuschuss oft unter 3 %
Riester-Rente: Wann noch sinnvoll?
Die Riester-Rente lohnt sich 2026 noch in spezifischen Situationen: Familien mit Kindern (175 € Kinderzulage pro Kind), Niedrigverdiener (hohe staatliche Förderquote) und wer die volle Grundzulage (175 €) ausschöpft. Für Singles mit mittlerem bis hohem Einkommen ist die Rendite nach Kosten oft enttäuschend. Mehr: Riester-Rente: Wann lohnt es sich?
Rürup-Rente: Für Selbstständige relevant
Rürup (Basisrente) ist fast ausschließlich für Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherung interessant: bis zu 27.566 € p.a. steuerlich absetzbar (2026), effektiv 40–45 % Steuererstattung bei hohem Grenzsteuersatz. Die Kehrseite: lebenslange Leibrente, keine Kapitalauszahlung, kein Erbe. Vollständiger Vergleich: Rürup vs. ETF.
Betriebliche Altersvorsorge: Nur mit Arbeitgeber-Zuschuss
Seit 2019 ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, 15 % Zuschuss zur Entgeltumwandlung zu zahlen. Diese 15 % machen die bAV attraktiv — ohne Zuschuss oft nicht. Das Problem: Im Rentenalter werden bAV-Leistungen voll auf Kranken- und Pflegeversicherung angerechnet (ca. 18,6 % Abzug). Mehr: bAV vs. ETF vollständig verglichen.
ETF-Depot: Warum es für die meisten die beste Wahl ist
Das private ETF-Depot hat gegenüber staatlich geförderten Produkten entscheidende Vorteile:
- Rendite: Historisch 7–9 % p.a. — klar über Riester/Rürup-Produkten
- Flexibilität: Kapital jederzeit verfügbar, keine Laufzeitbindung
- Vererbbarkeit: Depot geht an Erben — Leibrenten erlöschen mit dem Tod
- Transparenz: Keine versteckten Produktkosten, keine Vertriebsprovisionen
- Steuer: 30 % Teilfreistellung auf Aktien-ETFs, Freistellungsauftrag bis 801 €
Ein Robo-Advisor als automatisiertes ETF-Portfolio kombiniert die Einfachheit von Versicherungsprodukten mit der Rendite von ETFs. Besonders für Altersvorsorge empfehlenswert. Robo-Advisor als Altersvorsorge — die vollständige Analyse.
Die optimale Kombination je nach Profil
Angestellte mit Kindern: GRV + Riester (Kinder-Zulage) + ETF-Depot als dritte Säule.
Angestellte ohne Kinder: GRV + bAV (nur wenn AG-Zuschuss ≥ 15 %) + ETF-Depot.
Selbstständige: Rürup (steuerliche Absetzbarkeit) + ETF-Depot für Flexibilität.
Alle: ETF-Depot oder Robo-Advisor als flexible Basis — immer sinnvoll.
Den passenden Robo-Advisor für deine Altersvorsorge findest du in 2 Minuten mit dem Robo-Advisor-Quiz.