Private Rentenversicherungen sind das meistverkaufte Altersvorsorge-Produkt in Deutschland. Jährlich werden Milliarden darin investiert. Und doch stellen immer mehr Menschen die Frage: Wäre ein ETF-Sparplan nicht besser gewesen?

Private Rentenversicherung vs. ETF im Vergleich

KriteriumPrivate RentenversicherungETF-Sparplan
Rentenzahlunglebenslange Rente garantiertkein Vertrag, Eigenverantwortung
Rendite Sparphase2–4 % p.a. (netto, oft weniger)7–9 % p.a. (MSCI World, historisch)
Kostenhoch (2–5 % Abschluss + 1–2 % lfd.)niedrig (0,1–0,3 % TER)
Flexibilitätgering (Kündigung teuer)hoch (jederzeit)
Steuer in RentenphaseErtragsanteilsbesteuerung (günstig)Abgeltungssteuer auf Entnahmen
Inflationsschutzschwach (feste Rente)gut (Aktien = Sachwerte)
Langlebigkeitsschutzja (lebenslange Rente)nein (Depot kann aufgebraucht werden)
Private Rentenversicherung oder ETF für die Altersvorsorge

Der entscheidende Unterschied: Langlebigkeitsrisiko

Der einzige wirkliche Vorteil der privaten Rentenversicherung: Sie zahlt lebenslange Rente — egal ob man 75 oder 100 Jahre alt wird. Ein ETF-Depot kann theoretisch aufgebraucht werden. Das ist das sogenannte Langlebigkeitsrisiko. Dafür ist die garantierte Rente oft erschreckend niedrig: Wer 40 Jahre lang 200 € monatlich einzahlt, erhält oft nur 300–500 € monatliche Rente — weit unter dem, was ein ETF bei gleicher Sparrate erzeugt.

Das Kostenproblem der privaten Rentenversicherung

Wie bei kapitalbildenden Lebensversicherungen fressen die Kosten eine erhebliche Rendite auf. Eine klassische private Rentenversicherung mit 3 % Abschlusskosten, 1,5 % laufenden Kosten und 2,5 % Guthabenverzinsung ergibt eine Nettorendite von ca. 1 % p.a. — kaum besser als ein Sparbuch. Ein MSCI World ETF mit 0,2 % TER und 7 % Rendite liegt bei 6,8 % Nettorendite.

Über 30 Jahre bei 300 €/Monat: Private Rentenversicherung ca. 145.000 €, ETF-Sparplan ca. 364.000 €. Die Differenz: über 220.000 €.

Wann ist eine private Rentenversicherung trotzdem sinnvoll?

Fondgebundene Rentenversicherungen (FRV): Neuere Produkte kombinieren ETF-ähnliche Investments mit der Versicherungshülle. Kosten sind oft niedriger, Steuervorteile in der Rentenphase bleiben. Aber selbst hier sind die Kosten meist höher als bei direkten ETFs. Mehr dazu: Fondsgebundene Rentenversicherung vs. ETF.

Bei hohem Pflege-/Langlebigkeitsrisiko: Wer keine Erben hat und Angst hat, sein Depot zu überleben, kann eine Leibrente als Teil der Altersvorsorge sinnvoll finden — aber meist nur mit einem Teil des Vermögens.

Die Alternative: ETF + Entnahmeplan

Ein ETF-Depot mit durchdachtem Entnahmeplan kombiniert die Renditevorteile des ETF mit einer kontrollierten Renten-Entnahme. Die 4-Prozent-Regel besagt: Du kannst 4 % deines Depots jährlich entnehmen, ohne es zu erschöpfen. Bei 500.000 € Depot wären das 20.000 € pro Jahr = 1.667 € pro Monat. Das ist mehr als die meisten privaten Rentenversicherungen bei gleicher Einzahlungssumme zahlen würden.

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