Wer als Paar investiert, hat mehr Möglichkeiten als Einzelanleger — mehr Steuerfreibetrag, mehr Flexibilität bei der Depot-Aufteilung und bei zusammenveranlagten Paaren steuerliche Vorteile. Aber auch mehr potenzielle Konflikte, wenn Partner unterschiedliche Risikobereitschaften haben.
Der wichtigste Vorteil: Doppelter Freistellungsauftrag
Jeder Anleger hat einen steuerlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr. Zusammenveranlagte Paare können 2.000 € nutzen — aber nur wenn jeder seinen Anteil auch wirklich "verbraucht". Das funktioniert am effizientesten mit zwei getrennten Depots:
- Partner A investiert in ETF beim Broker A, nutzt 1.000 € Freistellungsauftrag
- Partner B investiert in denselben oder ähnlichen ETF beim Broker B, nutzt weitere 1.000 €
- Zusammen steuerfrei: 2.000 € Kapitalerträge pro Jahr
Bei 7 % Rendite auf 28.500 € Depot fallen genau 2.000 € Erträge an — diesen Betrag kann ein Paar komplett steuerfrei genießen. Mehr zum Thema: Freistellungsauftrag erklärt.
Gemeinsames Depot oder getrennte Depots?
| Modell | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Getrennte Depots | Doppelter Freistellungsauftrag, Unabhängigkeit, einfachere Trennung | Mehr Aufwand, eventuell doppelte Broker-Kosten |
| Gemeinschaftsdepot | Einfache Verwaltung, ein Überblick | Nur 1 Freistellungsauftrag, Haftungsrisiken, kompliziert bei Trennung |
| Hybrid (beide + 1 gemeinsam) | Flexibel, doppelter Freibetrag + gemeinsamer Überblick | Höchster Aufwand, 3 Depots |
Empfehlung: Für die meisten Paare sind zwei getrennte Depots am besten — doppelter Freibetrag, einfachere Handhabung, keine rechtlichen Komplikationen.
Was wenn die Risikobereitschaft unterschiedlich ist?
Oft will ein Partner konservativer anlegen als der andere. Zwei separate Depots lösen das elegant: Partner A mit 90 % Aktien, Partner B mit 60 % Aktien + 40 % Anleihen. Das Portfolio des Paares insgesamt ist dann ausgewogen, ohne dass einer den anderen kompromittiert.
Gemeinsame Ziele definieren
Bevor man als Paar investiert, sollte man klären:
- Wofür sparen wir? (Eigenheim, Altersvorsorge, Reise, finanzielle Freiheit)
- Welchen Zeithorizont haben wir?
- Was passiert mit dem Depot bei Trennung? (Klare Trennung besser als Gemeinschaftsdepot)
- Wie viel investiert jeder monatlich?
Der Robo-Advisor-Quiz kann helfen, das Risikoprofil für jeden Partner separat zu bestimmen.
Fazit: Getrennte Depots, gemeinsame Strategie
Als Paar lässt sich deutlich steueroptimierter anlegen als alleine. Getrennte Depots mit je 1.000 € Freistellungsauftrag sind fast immer die bessere Lösung gegenüber einem Gemeinschaftsdepot. Ein Robo-Advisor-Vergleich zeigt, bei welchem Anbieter beide günstig einsteigen können.