Wer in der Schweiz Geld anlegen will, hat andere Rahmenbedingungen als deutsche Anleger. Kein deutsches Steuerrecht, keine Abgeltungssteuer pauschal, stattdessen Verrechnungssteuer und Vermögenssteuer. Welche Broker und Robo-Advisor stehen Schweizern zur Verfügung — und was gilt es zu beachten?

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ETF-Sparplan Schweiz: Die besten Optionen 2026

Schweizer haben grundsätzlich drei Wege, um in ETFs zu investieren:

  1. Schweizer Broker: PostFinance, Swissquote, Cornèrtrader — alle mit Zugang zu SIX Swiss Exchange und internationalen Börsen
  2. Deutsche/EU-Broker: Trade Republic, Scalable Capital, ING — stehen auch Schweizern offen (mit Einschränkungen)
  3. Robo-Advisor Schweiz: TrueWealth, Selma Finance, desyo, Inyova
AnbieterTypKostenBesonderheit
TrueWealthRobo-Advisor0,5 % p.a.Günstigster CH-Robo, CHF-native
Selma FinanceRobo-Advisor0,47–0,68 % p.a.App-first, intuitive Oberfläche
SwissquoteOnline-BrokerAb 9 CHF/OrderGrößter CH-Online-Broker
PostFinanceBank + DepotAb 15 CHF/OrderBekannte Marke, integriertes Banking
Trade RepublicNeobroker1 € Order, 0 € SparplanFür EU-Kunden, CHF-Risiko beachten

Steuerliche Besonderheiten für Schweizer ETF-Anleger

In der Schweiz gelten andere Steuerregeln als in Deutschland:

  • Keine pauschale Kapitalgewinnsteuer: Kursgewinne aus ETF-Verkäufen sind für Privatanleger in der Schweiz steuerfrei (sofern kein gewerblicher Handel)
  • Verrechnungssteuer: Auf Dividenden und Zinsen von CH-Wertpapieren: 35 % Verrechnungssteuer, die man zurückfordern kann
  • Vermögenssteuer: Das Depot-Vermögen wird jährlich der Vermögenssteuer unterworfen (je nach Kanton 0,1–1,0 % p.a.)
  • Steuererklärung: Wertpapierbestände müssen in der Schweizer Steuererklärung angegeben werden

CHF vs. EUR: Das Wechselkursrisiko bei deutschen Brokern

Wenn Schweizer bei einem deutschen Broker (Trade Republic, Scalable) in EUR-ETFs investieren, entsteht ein Wechselkursrisiko: Wenn der Euro gegenüber dem Franken fällt, verliert das Depot an CHF-Wert — unabhängig von der ETF-Entwicklung.

Für Schweizer ist es oft sinnvoller, bei einem Schweizer Broker zu investieren oder CHF-gesicherte ETF-Tranchen zu wählen (Currency Hedged ETFs), die dieses Risiko minimieren.

Interactive Brokers (IBKR): Die günstigste Option für aktive Schweizer

Interactive Brokers ist unter erfahrenen Schweizer Privatanlegern weit verbreitet — günstiger als Swissquote und mit Zugang zu weltweit fast allen Börsen. Relevante Punkte für Schweizer:

  • Depot-Gebühr: 0 CHF (IBKR Lite) oder ab 3 USD/Monat (IBKR Pro) — bei Kontogröße ab 100.000 USD entfällt die Gebühr
  • Order-Gebühren: Ab 0,005 USD/Aktie oder 0,35 €/ETF-Order — sehr günstig
  • Zugang zu SIX Swiss Exchange, NYSE, NASDAQ, Euronext und 135 weiteren Märkten
  • Währungsumrechnung: Günstigste Konditionen im Markt (ca. 0,2 Basispunkte)
  • Nachteil: Komplexe Oberfläche, nicht für Einsteiger geeignet

Robo-Advisor für Schweizer: TrueWealth und Selma Finance

Die zwei bekanntesten Schweizer Robo-Advisor im Überblick:

  • TrueWealth: Marktführer in der Schweiz, 0,5 % p.a. Gebühr, CHF-native, breite ETF-Auswahl, ab 8.500 CHF Mindestanlage
  • Selma Finance: App-basiert, flexibel, 0,47–0,68 % p.a. nach Betrag, ab 2.000 CHF, besonders benutzerfreundlich
  • desyo: Niederschwelliger Einstieg, kostenlose Basisversion, fokussiert auf einfache ETF-Portfolios

Empfehlung je Anleger-Typ in der Schweiz

  • Einsteiger, möchte automatisch anlegen: TrueWealth oder Selma Finance
  • Einsteiger, möchte selbst kaufen: Swissquote (bekannt) oder IBKR (günstig, aber komplex)
  • Fortgeschrittener, aktiver Anleger: Interactive Brokers
  • Bereits deutsches Depot, lebt in CH: Bestehende EU-Broker prüfen — CHF-Wechselkursrisiko beachten

Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Der Robo-Advisor Vergleich zeigt EU-Anbieter, die auch aus der Schweiz zugänglich sind. Den passenden Einstieg findest du mit dem Anlegerprofil-Quiz.