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Was ist ein Depot — und wofür brauche ich es?

Ein Depot ist ein Konto, auf dem Wertpapiere — also Aktien, ETFs, Anleihen oder Fonds — verwahrt werden. So wie ein Girokonto für Geldtransaktionen nötig ist, braucht man ein Depot für Wertpapiergeschäfte. Ohne Depot kann man keine ETFs kaufen oder einen Sparplan einrichten.

Das Depot ist dabei kein Bankprodukt im klassischen Sinne — du kannst Depots bei spezialisierten Brokern eröffnen, die oft deutlich günstiger sind als Filialbanken. In Deutschland bieten sowohl Hausbanken als auch reine Online-Broker und Neobroker Depots an.

Depot vs. Robo-Advisor: Was ist der Unterschied?

Viele Einsteiger fragen sich, ob sie ein eigenes Depot benötigen oder einfach einen Robo-Advisor nutzen sollen. Hier ist der wichtigste Unterschied:

Merkmal Eigenes Depot (Broker) Robo-Advisor
ETF-Auswahl Du entscheidest selbst Automatisch, nach Risikoprofil
Rebalancing Manuell oder gar nicht Automatisch
Aufwand Mittel bis hoch Minimal
Kosten Sehr niedrig (nur ETF-Kosten) ETF-Kosten + Managementgebühr (0,3-0,8 %)
Geeignet für Erfahrene oder lernwillige Anleger Einsteiger, die Komfort suchen

Wer sich nicht intensiv mit Finanzen beschäftigen möchte, ist mit einem Robo-Advisor oft besser beraten. Wer dagegen selbst die Kontrolle über seine ETF-Auswahl haben will und bereit ist, sich einzulesen, kann mit einem eigenen Depot Kosten sparen.

Welche Broker-Typen gibt es?

In Deutschland gibt es im Wesentlichen drei Arten von Anbietern:

1. Hausbanken (Sparkasse, Volksbank, Deutsche Bank)

Traditionelle Banken bieten Depots an — oft kombiniert mit dem Girokonto. Die Nachteile: hohe Ordergebühren (5-10 Euro pro Transaktion oder mehr), teure hauseigene Fonds, und kein Zugang zu günstigen ETF-Sparplänen. Für langfristiges ETF-Sparen kaum empfehlenswert.

2. Online-Broker (DKB, Comdirect, ING, Consorsbank)

Online-Broker sind deutlich günstiger als Filialbanken. Viele bieten ETF-Sparpläne ab 0 Euro Gebühren an, zumindest auf ausgewählte ETFs. Die Auswahl ist groß, die Benutzeroberflächen sind meist übersichtlich. Für die meisten privaten ETF-Anleger eine gute Wahl.

3. Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital, justETF-Sparplan)

Neobroker sind die günstigste Option. Trade Republic und Scalable Capital bieten ETF-Sparpläne ab 1 Euro ohne Ordergebühren an. Die Apps sind auf mobile Nutzung optimiert und extrem einfach zu bedienen. Einschränkungen gibt es manchmal bei der Auswahl handelbarer Produkte oder beim Desktop-Erlebnis.

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Schritt-für-Schritt: So eröffnest du dein Depot

Schritt 1: Broker wählen

Entscheide dich für einen Anbieter, der zu deinen Bedürfnissen passt. Als Einsteiger mit Fokus auf ETF-Sparpläne sind Neobroker wie Trade Republic oder der Online-Broker ING eine gute Wahl. Vergleiche Sparplangebühren, Mindestbeträge und die verfügbaren ETFs.

Schritt 2: Online-Antrag ausfüllen

Rufe die Website des Brokers auf und klicke auf "Depot eröffnen" oder "Jetzt starten". Du benötigst:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Steueridentifikationsnummer (steht auf deinem Steuerbescheid oder beim Finanzamt abrufbar)
  • Bankverbindung (IBAN) für Einzahlungen und Auszahlungen
  • Eine gültige E-Mail-Adresse

Der Antrag dauert in der Regel 10-15 Minuten. Du wirst nach deiner finanziellen Situation, Anlageerfahrung und Risikobereitschaft gefragt — das ist gesetzlich vorgeschrieben (MiFID II).

Schritt 3: Identität verifizieren (VideoIdent oder PostIdent)

Um Geldwäsche zu verhindern, müssen Broker die Identität ihrer Kunden prüfen. Das geht heutzutage meistens per VideoIdent: Du führst einen kurzen Video-Call durch, zeigst deinen Ausweis in die Kamera, und die Identifizierung ist in 5 Minuten abgeschlossen. Alternativ gibt es PostIdent an der Postfiliale — das dauert länger, ist aber ebenfalls möglich.

Schritt 4: Freistellungsauftrag einrichten

Sobald dein Depot freigeschaltet ist, solltest du sofort einen Freistellungsauftrag einrichten. Damit nutzt du deinen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Verheirateten) — das bedeutet, Kapitalerträge bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei.

Den Freistellungsauftrag richtest du direkt in deinem Online-Konto ein. Wenn du mehrere Depots oder Konten bei verschiedenen Banken hast, verteile den Betrag entsprechend. Die Summe aller Freistellungsaufträge darf 1.000 Euro nicht überschreiten.

Schritt 5: Ersten Sparplan anlegen

Suche in der App oder auf der Website nach einem ETF deiner Wahl — für Einsteiger empfiehlt sich ein breit diversifizierter Welt-ETF wie der iShares Core MSCI World UCITS ETF oder ein FTSE All World ETF. Lege dann einen Sparplan an: Wähle die monatliche Rate (zum Beispiel 50, 100 oder 200 Euro) und den Ausführungstag.

Ab jetzt läuft der Sparplan automatisch. Du musst nichts weiter tun.

Häufige Anfängerfehler — und wie du sie vermeidest

  • Zu viele ETFs kaufen: Ein einziger MSCI World oder FTSE All World ETF reicht für den Anfang. Viele Einsteiger kaufen 10 verschiedene ETFs und bauen damit ungewollt Klumpenrisiken auf.
  • Ohne Freistellungsauftrag starten: Vergiss nicht, deinen Sparerpauschbetrag zu nutzen — sonst zahlst du Abgeltungssteuer auf Erträge, die steuerfrei sein könnten.
  • Bei Kursrückgängen verkaufen: Der größte Fehler überhaupt. Kurskorrekturen sind normal. Wer bei -20 % verkauft, realisiert einen echten Verlust. Wer hält (oder sogar nachkauft), erholt sich langfristig.
  • Zu kleine Sparrate wählen: Schon 25-50 Euro pro Monat sind ein echter Anfang. Aber: Je mehr du sparst, desto stärker der Zinseszinseffekt. Überprüfe regelmäßig, ob du die Rate erhöhen kannst.
  • Thesaurierer vs. Ausschütter ignorieren: Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an — das ist für den Vermögensaufbau ideal. Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden aus — gut, wenn du regelmäßige Erträge möchtest.

Fazit: Depot eröffnen ist einfacher als gedacht

Ein Depot zu eröffnen dauert heute weniger als 20 Minuten und ist für Einsteiger dank Neobroker günstiger denn je. Wer die fünf Schritte — Broker wählen, Antrag, Ident, Freistellungsauftrag, Sparplan — einmal durchläuft, hat das Fundament für den langfristigen Vermögensaufbau gelegt.

Wer den Aufwand ganz vermeiden möchte, ist mit einem Robo-Advisor gut beraten: Dieser erledigt ETF-Auswahl, Kauf und Rebalancing vollautomatisch.