Verheiratete Anleger haben gegenüber Ledigen einen deutlichen Steuervorteil beim Investieren: doppelter Sparerpauschbetrag, Splitting-Tarif, und die Möglichkeit Verluste gemeinsam zu verrechnen. Wer diese Vorteile konsequent nutzt, spart jährlich mehrere hundert Euro Steuern.
Der doppelte Sparerpauschbetrag: 2.000 €/Jahr
Verheiratete (gemeinsam veranlagt) erhalten 2.000 € Sparerpauschbetrag pro Jahr — doppelt so viel wie Ledige (1.000 €). Das bedeutet: Die ersten 2.000 € Kapitalerträge (Dividenden, Zinsen, realisierte Kursgewinne) sind vollständig steuerfrei. Bei einem Portfolio mit 4 % Ausschüttungsrendite sind das ca. 50.000 € Depot, bevor die ersten Steuern anfallen.
Gemeinsames vs. getrenntes Depot: Was ist besser?
| Depotform | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Zwei Einzeldepots | Getrennte Verlustverrechnung, flexibler | Zwei Freistellungsaufträge nötig |
| Gemeinschaftsdepot (AND) | Beide verfügungsberechtigt, einfach | Probleme bei Trennung, weniger flexibel |
| Gemeinschaftsdepot (OR) | Jeder kann selbst handeln | Haftungsrisiken bei Streit |
Empfehlung der meisten Steuerberater: Zwei getrennte Einzeldepots — je eines pro Partner — mit jeweils eigenem Freistellungsauftrag. Das gibt mehr Flexibilität und saubere Verlustverrechnung.
Verlustverrechnung bei Ehepaaren
Verluste aus ETF-Verkäufen können nur innerhalb desselben Depots verrechnet werden. Ehegatten können Verluste aus einem Depot nicht mit Gewinnen aus dem anderen Depot des Partners verrechnen — das ist ein Missverständnis. Jedes Depot ist steuerlich separat, auch bei gemeinsamer Veranlagung. Richtig: Beide sollten ihren eigenen Verlustverrechnungstopf im Blick haben. Mehr: ETF Verluste steuerlich nutzen.
Strategische Aufteilung: Wer hält was?
Bei großen gemeinsamen Portfolios kann es steuerlich sinnvoll sein, ausschüttende ETFs (Dividenden) auf ein Depot zu konzentrieren, während thesaurierende ETFs auf das andere gehen. So lässt sich die Auslastung des Sparerpauschbetrags pro Person gezielt steuern. Gesamtstrategie: Freistellungsauftrag optimal setzen.