Rezession. Das Wort allein reicht, um Anleger nervös zu machen. Kurse fallen, Nachrichten werden dramatischer, und die Frage "Soll ich jetzt kaufen oder warten?" quält Millionen Sparer. Die Antwort aus der Datenlage: Kaufen. Weitermachen. Nicht verkaufen. Hier ist warum.
Was passiert mit ETFs in einer Rezession?
| Rezession / Krise | MSCI World Drawdown | Erholung bis neues ATH | 1 Jahr nach Tief |
|---|---|---|---|
| Dotcom-Crash (2000–2002) | ca. −47 % | ca. 5 Jahre | +38 % |
| Finanzkrise (2008–2009) | ca. −55 % | ca. 4 Jahre | +44 % |
| COVID-Crash (2020) | ca. −34 % | ca. 6 Monate | +65 % |
| Zinswende-Crash (2022) | ca. −19 % | ca. 18 Monate | +28 % |
Das Muster: Jede Rezession war schmerzhaft im Moment — aber für langfristige Anleger, die nichts verkauft haben, eine Kaufgelegenheit. Wer im März 2009 (Tiefpunkt der Finanzkrise) eingestiegen ist, hat sein Kapital in den folgenden 10 Jahren mehr als vervierfacht.
Die größte Falle: Market Timing
Millionen Anleger versuchen, den "richtigen Moment" abzuwarten. Das Problem: Niemand weiß, wann das Tief kommt. Studien zeigen, dass Anleger, die auch nur die 10 besten Handelstage in einem Jahrzehnt verpassen, 50–60 % weniger Rendite erzielen als Anleger, die durchgehend investiert sind — und die besten Tage folgen oft direkt auf die schlechtesten.
Konkretes Beispiel (MSCI World, 2000–2020): Durchgehend investiert: ca. +250 %. Die 10 besten Tage verpasst: ca. +100 %. Die 20 besten Tage verpasst: ca. +10 %. Wer versucht, in der Rezession "günstig einzusteigen" und dabei wartet, verpasst meist einen Großteil der Erholung. Mehr: ETF kaufen: Timing und wann günstig?
Die richtige Strategie in einer Rezession
Sparplan weiterlaufen lassen: Das ist die einfachste und statistisch beste Entscheidung. Wer monatlich kauft, kauft in der Rezession günstiger — der Cost-Average-Effekt arbeitet für dich. Nicht für dich, wenn du den Sparplan jetzt stoppst.
Einmalanlage in der Rezession: Wenn du Liquidität hast: investiere schrittweise (3–6 Tranchen über 6–12 Monate). Nicht alles auf einmal (psychologisch schwer), nicht gar nicht (Rendite verpasst). Ein Robo-Advisor übernimmt diese Entscheidung automatisch — auch in Krisen läuft er weiter. Mehr: Ist ein Robo-Advisor sinnvoll?
Was du NICHT tun solltest: Verkaufen aus Angst. Das ist die häufigste und teuerste Entscheidung. Du realisierst den Verlust — und verpasst die Erholung. Stattdessen: Entspare deinen Cash-Puffer (Tagesgeld), halte das ETF-Depot unangetastet.
Welche ETFs in der Rezession stabiler sind
Breit diversifizierte ETFs (MSCI World, FTSE All-World) sind besser als Sektor-ETFs oder Länder-ETFs. In der Rezession fallen zyklische Sektoren (Technologie, Konsumgüter) stärker als defensive (Gesundheit, Energie, Versorger). Wer defensive Sektoren übergewichten will: Sektor-ETF Überblick. Für die meisten Anleger gilt aber: Ein MSCI World ETF oder Robo-Advisor-Portfolio ist die richtige Antwort auf jede Marktphase — Rezession eingeschlossen. Direkt zum Robo-Advisor Vergleich.