Zwei Gehälter, zwei Sparraten, doppelter Sparerpauschbetrag — als Paar habt ihr deutlich mehr Möglichkeiten beim Investieren als Einzelpersonen. Aber auch mehr Fragen: Gemeinsames Depot oder getrennte Konten? Wer verwaltet was? Wie bleibt es fair? Hier sind die Antworten.
Einzeldepots oder Gemeinschaftsdepot?
| Modell | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Zwei Einzeldepots | Flexibel, getrennt vererbbar, je 1.000 € FSA | Kein gemeinsamer Überblick, doppelter Aufwand |
| Gemeinschaftsdepot (Oder-Konto) | Gemeinsamer Überblick, nur ein Depot verwalten | Aufgelöst bei Trennung schwierig, nur ein FSA möglich |
| Haupt + Unterdepot (je 1 Person) | Beide haben eigene Depots + nutzen gemeinsamen FSA | Koordinationsaufwand |
Empfehlung: Für die meisten Paare sind zwei separate Einzeldepots die bessere Wahl. Jeder behält sein eigenes Vermögen, jeder hat 1.000 € Sparerpauschbetrag, und im Falle einer Trennung gibt es keine komplizierten Depotsplittings. Ein gemeinsames Dashboard (z. B. Parqet oder Portfolio Performance) schafft trotzdem gemeinsamen Überblick.
Doppelter Sparerpauschbetrag: Wie nutzt man das?
Ehepaare (zusammenveranlagt) haben 2.000 € Sparerpauschbetrag gemeinsam. Unverheiratete Paare haben 1.000 € pro Person = 2.000 € gesamt, aber separat. Das Ergebnis ist gleich — aber die Umsetzung unterscheidet sich:
Verheiratete: Können den FSA gemeinsam (2.000 €) auf einem Depot oder aufgeteilt auf beide Depots setzen. Nicht ausgeschöpfte FSA-Beträge können in der Steuererklärung über Günstigerprüfung erstattet werden.
Unverheiratet: Jeder setzt seinen eigenen FSA (1.000 €) auf sein Depot. Kein gemeinsamer FSA möglich. Steuererklärungen sind getrennt.
Mehr zum Steuerthema: Depot-Steuern als Ehepaar optimieren.
Gemeinsame Finanzstrategie entwickeln
Drei Grundfragen, die ihr als Paar klären solltet:
1. Gemeinsames oder getrenntes Ziel? Spart ihr für ein gemeinsames Ziel (Hauskauf, Rente zusammen) oder hat jeder eigene Ziele? Gemeinsame Ziele können auf einem Depot konsolidiert werden, persönliche Ziele besser getrennt.
2. Gleiche oder unterschiedliche Risikobereitschaft? Wenn einer von euch risikoscheuer ist, macht ein gemeinsames Depot mit einheitlichem Risikoprofil Sinn. Getrennte Depots erlauben unterschiedliche Strategien — der eine investiert 100 % Aktien, der andere 70/30.
3. Wie viel Einzel-Autonomie? Viele Paare fahren gut mit einem "3-Töpfe-System": Gemeinsame Ausgaben (Miete, Urlaub) aus gemeinsamem Konto, eigene Ausgaben aus Einzelkonten, eigene Sparstrategien aus Einzeldepots. So gibt es keine Streitigkeiten über "dein Geld, mein Geld".
Erbfall und Trennung: Das solltet ihr wissen
Bei einem Einzeldepot geht das Depot im Todesfall auf die Erben über (Erbschaftssteuer-Freibeträge: 500.000 € für Ehegatten). Unverheiratet: 20.000 € Freibetrag für den Partner. Ein Gemeinschaftsdepot (Oder-Konto) geht automatisch auf den Überlebenden über — ohne Erbschaftssteuer im Rahmen der Freibeträge. Weitere Details: Depot vererben und verschenken.
Bei Trennung: Getrennte Einzeldepots sind einfach, jeder behält sein Depot. Gemeinschaftsdepot muss aufgeteilt werden — steuerlich je nach Wertentwicklung komplex. Für Paare außerhalb der Ehe: Keine gemeinsamen Depots empfohlen.