Ein ETF-Sparplan läuft fast von selbst — aber "fast" bedeutet: einmal im Jahr kurz prüfen ob alles noch stimmt. Dieser Check dauert 30–60 Minuten und kann dir über die Jahre viele tausend Euro sichern. Hier sind die 7 Punkte, die wirklich wichtig sind.

Checkliste: Depot-Jahrescheck in 7 Schritten

CheckWas prüfen?Zeitaufwand
1. Allokation prüfenIst Aktien/Anleihen-Verhältnis noch wie geplant?5 Min.
2. FreistellungsauftragWurde er vollständig ausgeschöpft? Passt die Verteilung?3 Min.
3. Sparrate anpassenPasst die Rate noch zu Gehalt und Zielen?5 Min.
4. Kosten prüfenGibt es günstigere ETF-Alternativen bei gleicher Strategie?10 Min.
5. Steuer-CheckVorabpauschale korrekt abgezogen? Steuerbescheinigung erhalten?5 Min.
6. Verluste nutzenGibt es unrealisierte Verluste, die zur Verrechnung genutzt werden könnten?5 Min.
7. Lebensumstand-CheckHat sich Lebensphase, Risikoprofil oder Ziel geändert?5 Min.

Schritt 1: Allokation und Rebalancing

Professioneller Depot-Jahrescheck am Trading-Arbeitsplatz

Durch Kursschwankungen verschiebt sich deine Allokation automatisch. Wenn Aktien stark gestiegen sind, ist dein Aktienanteil jetzt vielleicht 80 % statt geplanter 70 %. Beim Rebalancing verkaufst du den Überstand und kaufst das Untergewicht nach. Ziel: ursprüngliche Zielallokation wiederherstellen. Toleranzband: ±5 Prozentpunkte — kleinere Abweichungen ignorieren (sonst zu viele Transaktionen). Mehr: Rebalancing — wann, wie, warum.

Schritt 2: Freistellungsauftrag optimieren

Prüfe am Jahresende: Hast du deinen Sparerpauschbetrag (1.000 €) vollständig ausgeschöpft? Wenn nicht — hast du zu viel FSA auf einem Depot angesetzt und zu wenig auf einem anderen. Für das nächste Jahr anpassen: Wo waren die meisten Erträge? Dort den höchsten FSA-Anteil setzen. Mehr: Freistellungsauftrag optimal aufteilen.

Schritt 3–5: Sparrate, Kosten, Steuern

Sparrate: Nach Gehaltserhöhung oder gesunkenen fixen Ausgaben: Sparrate anpassen. Die automatische Erhöhung der Sparrate um 1–2 % pro Jahr (parallel zur Gehaltsentwicklung) ist eine der wirkungsvollsten langfristigen Entscheidungen.

Kosten: ETF-Markt wird günstiger. Prüfe ob ein Wechsel zu einem günstigeren ähnlichen ETF sinnvoll ist — aber Vorsicht: Wechsel = Verkauf = Steuern. Oft ist Halten günstiger. Kostenunterschied unter 0,1 % = Wechsel lohnt sich fast nie.

Steuern: Steuerbescheinigung vom Broker rechtzeitig herunterladen (meist ab Februar verfügbar). Prüfen ob Vorabpauschale korrekt abgezogen wurde. ETF Steuererklärung — was muss ich angeben?

Schritt 6: Verluste nutzen — Tax Loss Harvesting

Wenn du unrealisierte Verluste im Depot hast und sie nutzen möchtest: Verkaufe den Verlustbringer kurz vor Jahresende, realisiere den Verlust steuerlich, und kaufe sofort einen ähnlichen (aber nicht identischen) ETF nach. So bekommst du eine Verlustbescheinigung für die Steuererklärung. Achtung: Wash-Sale-Regeln gibt es in Deutschland nicht — du kannst sofort zurückkaufen, aber das ist steuerlich fragwürdig. Mehr: ETF-Verluste steuerlich nutzen.