Robo-Advisor werden oft als die perfekte Lösung für die Geldanlage dargestellt. Das stimmt — aber nur für einen bestimmten Anlegertyp. Wer die Nachteile kennt, trifft eine bessere Entscheidung. Hier die ehrliche Liste.
Nachteil 1: Kosten — der stille Renditekiller
Ein Robo-Advisor kostet im Schnitt 0,25 % bis 0,75 % Verwaltungsgebühr pro Jahr — zusätzlich zur ETF-Jahresgebühr (TER) von 0,07 % bis 0,30 %. Gesamtkosten also 0,35 % bis 1,05 % p.a.
Ein selbst geführter ETF-Sparplan beim gleichen ETF kostet nur die TER. Bei 100.000 Euro Depotvolumen und 0,50 % Mehr-Kosten durch den Robo-Advisor sind das 500 Euro pro Jahr. Über 20 Jahre, zinseszinsbereinigt, ergibt das einen Unterschied von über 15.000 Euro Endkapital.
Nachteil 2: Eingeschränkte ETF-Auswahl
Robo-Advisor wählen ETFs für dich aus — und das ist auch ihr Nutzen. Aber du hast keine Kontrolle darüber, welche ETFs verwendet werden. Manche Anbieter nutzen hauseigene Produkte (z. B. Direktanlage-ETFs) oder schränken die Auswahl auf 5–10 Fonds ein. Wer gezielt ESG-ETFs, Schwellenländer-Gewichtung oder bestimmte Faktoren möchte, hat oft keine Möglichkeit das zu konfigurieren.
Nachteil 3: Kein direktes Aktionärsstimmrecht
Bei ETFs im Robo-Advisor-Depot liegt das Stimmrecht an Hauptversammlungen beim ETF-Anbieter (iShares, Vanguard etc.), nicht bei dir. Wer Wert auf ESG-Einfluss oder Stimmrechte legt, hat hier keinen direkten Einfluss.
Nachteil 4: Schwieriger Providerwechsel
Ein Depotwechsel zum günstigeren Robo-Advisor klingt einfach — ist es aber nicht immer. Manche Anbieter erschweren den Transfer oder der Wechsel löst einen steuerpflichtigen Verkauf aus, der sofort Kapitalertragsteuer fällig werden lässt.
Nachteil 5: Keine individuelle Steueroptimierung
Robo-Advisor können Steueroptimierung nur begrenzt umsetzen. Tax-Loss-Harvesting (systematisches Realisieren von Verlusten für steuerliche Vorteile) bieten nur wenige Anbieter an. Die meisten agieren ohne Rücksicht auf persönliche Steuersituation.
Für wen Robo-Advisor trotzdem die bessere Wahl sind
Trotz dieser Nachteile: Für viele Anleger überwiegen die Vorteile klar. Wer nicht monatlich Kurse checken will, keine Erfahrung mit Fondsselektion hat oder weiß, dass er in Crashphasen emotional reagieren würde, ist mit einem Robo-Advisor oft besser dran — auch wenn er etwas mehr zahlt.
Die Entscheidung hängt von deinem Profil ab: Mein Robo-Test hilft in 3 Minuten zu verstehen, ob ein Robo-Advisor oder ein DIY-ETF-Sparplan zu dir passt. Alle Kosten im Direktvergleich zeigen, welcher Anbieter bei deiner Anlagesumme am günstigsten ist.
Robo-Advisor vs. ETF-Sparplan: die ehrliche Gegenüberstellung
| Kriterium | Robo-Advisor | ETF-Sparplan (selbst) |
|---|---|---|
| Gesamtkosten p.a. | 0,35 % – 1,05 % | 0,07 % – 0,20 % |
| Rebalancing | Automatisch | Manuell (1x / Jahr) |
| ETF-Auswahl | Vorauswahl durch Anbieter | Freie Wahl |
| Zeitaufwand | Nahezu null | Ca. 2–4 Std. / Jahr |
| Verhalten im Crash | Kein Handlungsdruck | Volle Eigenverantwortung |
Die meisten Anleger unterschätzen den letzten Punkt. In einem Crash von -30 % neigen Selbstanleger dazu, zu verkaufen — und verpassen den Aufschwung. Robo-Advisor eliminieren diese Versuchung durch Strukturzwang. Wer sich das zutraut, zahlt lieber weniger Gebühren und macht es selbst. Wer nicht sicher ist: Robo-Advisor-Test hilft bei der Entscheidung.