Du bekommst eine Dividende oder ETF-Ausschüttung auf dein Depot gutgeschrieben. Im selben Moment zieht dein Broker automatisch die Steuer ab. Aber wie viel genau — und kannst du das optimieren? Alles zur Dividendensteuer in Deutschland.
Wie hoch ist die Steuer auf Dividenden?
Dividenden und Ausschüttungen unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer) und ggf. Kirchensteuer. Effektive Steuerlast:
| Steuerart | Satz | Auf was angewendet |
|---|---|---|
| Abgeltungssteuer | 25,00 % | Dividenden-/Ausschüttungsbetrag |
| Solidaritätszuschlag | 5,50 % auf KESt | = 1,375 % des Betrags |
| Kirchensteuer (Bayern/BaWü) | 8–9 % auf KESt | = ca. 2 % des Betrags |
| Gesamt (ohne Kirche) | ca. 26,38 % | — |
Der Freistellungsauftrag: So sparst du Steuer
Jeder Anleger hat in Deutschland einen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € bei Verheirateten). Bis zu diesem Betrag sind Kapitalerträge — also auch Dividenden und Ausschüttungen — steuerfrei. Um diesen Freibetrag zu nutzen, musst du bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag einrichten.
Beispiel: Du erhältst 800 € Dividenden im Jahr. Mit Freistellungsauftrag: keine Steuer (unter 1.000 €). Ohne Freistellungsauftrag: 211 € Steuer werden automatisch abgezogen — und du musst sie zurückfordern via Steuererklärung. Details: Freistellungsauftrag richtig nutzen.
Dividenden bei mehreren Brokern
Du kannst deinen 1.000 € Freibetrag auf mehrere Broker aufteilen. Bei Trade Republic 400 €, bei comdirect 600 € — die Summe muss 1.000 € ergeben (bzw. 2.000 € bei Verheirateten). Wichtig: Doppel-Beantragung ist verboten — zu Unrecht freigestellte Beträge werden nachversteuert.
ETF-Ausschüttungen vs. thesaurierende ETFs
Bei ausschüttenden ETFs zahlst du Steuer auf die Ausschüttungen sobald sie anfallen. Bei thesaurierenden ETFs wird nichts ausgeschüttet — aber du zahlst trotzdem jährlich die Vorabpauschale (eine Art Mindeststeuer auf theoretische Erträge). Langfristig ist der Steuervorteil zwischen beiden Varianten gering. Mehr: Thesaurierend vs. ausschüttend.
Muss ich Dividenden in der Steuererklärung angeben?
Bei deutschen Brokern: In der Regel nicht — der Broker zieht die Steuer automatisch ab (Kapitalertragsteuer) und meldet an das Finanzamt. Du musst nur aktiv werden, wenn du Quellensteuer aus dem Ausland zurückfordern willst oder dein Steuersatz unter 25 % liegt (dann kann die Günstigerprüfung Geld zurückbringen). Vollständiger Überblick: Steuererklärung für ETF-Anleger.