"Wie viel soll ich pro Monat anlegen?" ist die meistgestellte Frage von Einsteigern. Die ehrliche Antwort: Es gibt keine universelle Zahl — aber es gibt klare Leitplanken, die dir helfen, die richtige Summe für deine Situation zu finden.

Die Grundformel: 10 % bis 20 % des Nettoeinkommens

Als Faustregel gilt: Lege zwischen 10 % und 20 % deines monatlichen Nettoeinkommens an. Bei 2.500 € Netto wären das 250–500 € pro Monat. Diese Spanne ist nicht willkürlich: 10 % reichen bei einem 30-jährigen Anlagehorizont aus, um im Rentenalter ein relevantes Zusatzvermögen aufzubauen. 20 % beschleunigen den Prozess erheblich.

Wichtig: Dieser Betrag kommt nach dem Notgroschen (3–6 Monatsgehälter auf Tagesgeld) und nach der Tilgung hochverzinster Schulden.

Was du mit verschiedenen monatlichen Beträgen aufbauen kannst

Monatliche RateNach 10 JahrenNach 20 JahrenNach 30 JahrenBei 7 % p.a.
50 € / Monat8.600 €24.600 €58.600 €Erste Erfahrungen
100 € / Monat17.200 €49.200 €117.200 €Solider Einstieg
200 € / Monat34.400 €98.400 €234.500 €Empfehlenswert
300 € / Monat51.600 €147.600 €351.700 €Sehr gut
500 € / Monat86.000 €246.000 €586.000 €Stark
1.000 € / Monat172.000 €492.000 €1,17 Mio. €Millionär möglich
Wie viel pro Monat anlegen 2026 — ETF Sparplan kalkulieren

Das 50-30-20-Modell als Orientierung

Das bekannteste Budget-Framework: 50 % für Fixkosten (Miete, Versicherungen, Lebensmittel), 30 % für Freizeit (Restaurant, Urlaub, Kleidung), 20 % für Sparen & Investieren. Das bedeutet bei 2.000 € Netto: 400 € pro Monat anlegen. Klingt viel? Fang mit 100 € an und steigere regelmäßig. Der Effekt über Zeit ist enorm. Mehr: 50-30-20-Regel erklärt.

Ab welchem Betrag lohnt sich ein Sparplan?

Technisch funktioniert ein ETF-Sparplan ab 1 € pro Monat (Trade Republic, Scalable). Aber sinnvoll wird er ab ca. 50 € pro Monat, damit der Zinseszinseffekt langfristig wirkungsvoll ist. Unter 50 € monatlich empfiehlt sich erst der Notgroschen aufzubauen und den Sparplan zu starten, sobald mehr Spielraum da ist.

Sparplan vs. Einmalanlage: Wann was besser ist

Hast du bereits einen größeren Betrag angespart (z. B. 10.000 €)? Dann schlägt die Einmalanlage in über 65 % der Fälle statistisch den gestaffelten Einstieg. Das Geld, das nicht investiert ist, bringt keine Rendite. Hast du monatliches Einkommen aber kein größeres Polster? Dann ist der Sparplan die einzige realistische Option — und genau dafür ist er gemacht.

Möchtest du beides kombinieren? Nutze unseren Rendite-Rechner für deine persönliche Simulation. Oder lass einen Robo-Advisor die Entscheidung automatisch treffen.

Wann mehr anlegen — wann weniger?

Mehr anlegen wenn: Gehaltserhöhung → direkt die Sparrate erhöhen (Lifestyle-Inflation vermeiden). Bonus ausgezahlt → teilweise in ETFs einmalig investieren. Schulden abbezahlt → bisherige Tilgungsrate in Sparplan umwandeln.

Weniger oder pausieren wenn: Jobverlust oder Einkommensausfall. Wichtige Ausgabe (Eigenkapital für Immobilie). Psychologisch überwältigend: Lieber 50 € konstant als 500 € und nach drei Monaten aufhören. Beständigkeit ist wichtiger als Betrag.