Jahrelang gespart, jetzt ist das Ziel erreicht: Hauskauf, Rente, großes Ziel. Wie zahlt man ein ETF-Depot optimal aus — und welche Steuern fallen an? Dieser Leitfaden erklärt den optimalen Auszahlungsprozess.
Schritt 1: Sparplan stoppen oder pausieren
Bevor du auszahlst: Sparplan deaktivieren. Du willst nicht weiter monatlich kaufen, wenn du gerade verkauft hast. Bei den meisten Brokern ist das in der App in unter 2 Minuten erledigt. Mehr: Sparplan pausieren und ändern.
Schritt 2: Steuerliche Planung vor dem Verkauf
Wichtig: Vor dem Verkauf den steuerlichen Kontext prüfen:
- Freistellungsauftrag ausschöpfen: 1.000 €/Jahr (2.000 € bei Verheirateten) sind steuerfrei. Falls noch nicht ausgeschöpft: Zuerst bis zur Freigrenze verkaufen.
- Verlustverrechnung nutzen: Gibt es Positionen im Minus? Verluste vor Gewinnen realisieren um Steuer zu senken.
- Jahresaufteilung: Bei großen Beträgen über mehrere Jahre verteilen — du kannst jährlich 1.000 € steuerfrei realisieren.
Schritt 3: Auszahlung — Einmalig oder sukzessive?
| Strategie | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Alles auf einmal verkaufen | Einfach, schnell, kein Timing-Risiko | Hohe Steuer in einem Jahr |
| Sukzessiver Verkauf (12–24 Monate) | Steuer auf mehrere Jahre verteilt | Kursrisiko während der Verkaufsphase |
| Entnahmeplan (monatlich) | Regelmäßiger Cash-Flow, Rest bleibt investiert | Verwaltungsaufwand, Rest kann noch fallen |
Schritt 4: Steuern beim ETF-Verkauf
Auf realisierte Kursgewinne fällt Abgeltungssteuer an: 25 % + 5,5 % Soli = ca. 26,375 % auf den Gewinn (Verkaufspreis minus Kaufpreis). Beispiel: Du kaufst für 10.000 €, verkaufst für 25.000 € → 15.000 € Gewinn → ca. 3.956 € Steuer (nach Freistellungsauftrag).
Bei einem Robo Advisor: Beim Auflösen des Accounts wird das Portfolio automatisch liquidiert und der Nettobetrag (nach Steuern) überwiesen. Mehr Steuertipps: ETF Steuertipps Jahresende.