Nachhaltig investieren — das wollen immer mehr Anleger. Aber was bedeutet "nachhaltig" beim Robo-Advisor wirklich? Und welcher Anbieter bietet das beste ESG-Portfolio? Dieser Guide zeigt die Unterschiede.

ESG, SRI, Impact Investing — was ist der Unterschied?

ESG (Environmental, Social, Governance): ETFs, die Unternehmen nach Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien filtern. Schlimmste Branchen (Waffen, Kohle, Tabak) werden ausgeschlossen, aber viele "normale" Unternehmen bleiben enthalten. Das ist der Standard bei den meisten Robo-Advisorn.

SRI (Socially Responsible Investing): Strengerer Standard — nur die besten ESG-bewertetsten Unternehmen jeder Branche bleiben im Portfolio. Weniger Diversifikation, aber stärkere Nachhaltigkeitswirkung.

Impact Investing: Kapital fließt gezielt in Unternehmen oder Projekte mit messbarer positiver Wirkung (z. B. erneuerbare Energie, sauberes Wasser). In Deutschland noch selten bei Robo-Advisorn verfügbar.

Welche Robo-Advisor bieten nachhaltige Portfolios?

Die meisten deutschen Robo-Advisor bieten mittlerweile eine nachhaltige Variante — aber mit unterschiedlicher Tiefe:

  • quirion: Nachhaltiges ESG-Portfolio verfügbar (Branchen-Ausschlüsse: Waffen, Tabak, Kohle)
  • Ginmon: Nachhaltiges Portfolio mit SRI-Ansatz, etwas höhere Kosten
  • growney: Nachhaltige Strategien in allen Risikoklassen verfügbar
  • Raisin Invest: Nachhaltiges Portfolio verfügbar, günstigste Gesamtkosten
  • Scalable Capital: ESG-Portfolio verfügbar, Umstieg aus dem Standard-Portfolio möglich
  • Oskar: Komplett nachhaltig ausgerichtet (nur ESG-ETFs)

Nicht nachhaltig: bevestor, ROBIN (Deutsche Bank), fintego

Kostet nachhaltiges Investieren mehr?

Bei den meisten Robo-Advisorn kostet das nachhaltige Portfolio gleich viel wie das Standard-Portfolio — die Verwaltungsgebühr ändert sich nicht. Allerdings sind nachhaltige ETFs (ESG/SRI) in der Regel etwas teurer (TER ca. 0,15–0,35 % statt 0,10–0,20 %). Das macht bei einem Robo-Advisor-Portfolio mit 70 % Aktienanteil etwa 0,05–0,10 % p.a. Unterschied.

Performt nachhaltiges Investing schlechter?

Historisch haben ESG-ETFs nicht schlechter als normale ETFs abgeschnitten — in manchen Perioden sogar besser (z. B. 2020–2021, als Tech-Unternehmen mit hohem ESG-Score sehr gut performten). Die Frage ist offen. Wer sich um Rendite sorgt: ESG-Portfolios sind breit genug diversifiziert, um marktnahe Renditen zu erzielen.

ESG-Robo-Advisor im Kostenvergleich

AnbieterESG-Portfolio verfügbarVerwaltungsgebührESG-Ansatz
quirionJa0 % bis 10k / 0,48 %ESG-Ausschlüsse
GinmonJa0,39 %SRI (strenger)
growneyJa0,39 % – 0,69 %ESG-Ausschlüsse
OskarNur nachhaltig0,80 % – 1,00 %100 % ESG/SRI
Scalable CapitalJa (optional)0,75 %ESG-Ausschlüsse

Wer nachhaltiges Investing zum günstigsten Preis will: quirion bietet ESG-Portfolio zu denselben günstigen Konditionen wie das Standardportfolio. Wer maximale Nachhaltigkeit will: Oskar — aber zu deutlich höheren Gebühren. Alle Anbieter im ESG-Vergleich.