Du willst endlich anfangen, Geld anzulegen — aber weißt nicht wo? Du bist nicht allein. Über 60 % der Deutschen haben ihr Geld auf dem Tagesgeld- oder Girokonto. Dabei ist Investieren einfacher als du denkst. Dieser Guide zeigt dir, wie du heute noch anfangen kannst.
Schritt 1: Notgroschen aufbauen (bevor du investierst)
Bevor du einen einzigen Euro in ETFs oder einen Robo-Advisor steckst, braucht du einen Notgroschen von 3–6 Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto. Das ist Geld, das du jederzeit abrufen kannst, wenn etwas Unerwartetes passiert — Autoreparatur, Jobverlust, Krankheit. Ohne Notgroschen bist du gezwungen, im schlechtesten Moment zu verkaufen.
Schritt 2: Schulden abbauen (vor dem Investieren)
Kredite mit mehr als 5 % Zinsen (z. B. Konsumkredite, Kreditkarten) solltest du vollständig abbezahlen, bevor du investierst. Der Grund: Kein ETF garantiert dir 10 % Rendite pro Jahr. Aber ein Kredit kostet dich garantiert 10 % pro Jahr. Wer Schulden hat und trotzdem investiert, verliert meistens.
Die drei wichtigsten Anlageformen für Einsteiger
1. Tagesgeld / Festgeld
Sicher, einfach, aber geringe Rendite. Aktuell (April 2026) gibt es noch ca. 2–3 % auf Tagesgeld und 2,5–3,5 % auf Festgeld. Geeignet für: Notgroschen, kurzfristiges Sparen, sehr risikoaverse Anleger.
2. ETF-Sparplan
Einfach, günstig, langfristig sehr effektiv. Du kaufst monatlich Anteile an einem Welt-ETF (z. B. MSCI World). Kein Kurse-Checken, kein aktives Management. Geeignet für: alle, die langfristig Vermögen aufbauen wollen und bereit sind, Kursschwankungen auszuhalten.
3. Robo-Advisor
Vollautomatisches ETF-Portfolio, professionell verwaltet. Du beantwortest Fragen zu Risikoprofil und Ziel, der Algorithmus übernimmt alles. Kostet etwas mehr als ein selbst gebauter ETF-Sparplan, schützt aber vor emotionalen Fehlentscheidungen. Geeignet für: alle, die keine Zeit oder Lust auf Finanzthemen haben.
Der erste Schritt — praktisch
Für die meisten Einsteiger ist diese Reihenfolge sinnvoll:
- Notgroschen auf Tagesgeldkonto (3–6 Monatsgehälter)
- Hochzins-Schulden abbezahlen
- Robo-Advisor-Konto eröffnen (z. B. quirion, 10 Minuten, kostenfrei bis 10.000 €)
- Sparplan einrichten (25–100 €/Monat)
- Vergessen und laufen lassen (nicht täglich auf Kurse schauen!)
Die wichtigste Regel beim Investieren
Investiere nur Geld, das du mindestens 5–10 Jahre nicht brauchst. Wer gezwungen ist, im Crash zu verkaufen, realisiert Verluste. Wer langfristig investiert, hat historisch immer gewonnen. Nicht weil der Markt immer steigt — sondern weil er sich langfristig immer erholt hat.
Die 5 häufigsten Anfängerfehler beim Investieren
- Kein Notgroschen: Wer investiert, bevor er 3–6 Monatsgehälter als Reserve hat, ist im Notfall gezwungen, im schlechtesten Moment zu verkaufen.
- Zu viel auf einmal: Wer die gesamte Sparreserve auf einmal investiert und danach einen Crash erlebt, gibt oft auf. Besser: Schritt für Schritt einsteigen per monatlichem Sparplan.
- Kein Freistellungsauftrag: Der Freibetrag von 1.000 € pro Jahr wird nicht automatisch genutzt — du musst ihn aktiv beim Broker einrichten.
- Im Crash verkaufen: Der größte Renditefresser überhaupt. Wer 2020 im März verkauft hat, hat den +80 %-Aufschwung bis 2021 verpasst.
- Zu kompliziert anfangen: Ein einziger MSCI World ETF ist oft besser als ein selbst gebautes 8-ETF-Portfolio. Einfachheit gewinnt langfristig.
Nicht sicher, ob Robo-Advisor oder ETF-Sparplan zu dir passt? Der Robo-Advisor-Test beantwortet das in 3 Minuten. Alle Anbieter für Einsteiger im Überblick: Robo-Advisor Vergleich.