Urlaub, Jobwechsel, finanzielle Engpässe — manchmal muss ein ETF-Sparplan gestoppt werden. Was passiert dabei mit den bereits gekauften ETF-Anteilen? Entstehen Kosten oder Steuern? Und wann ist pausieren die bessere Entscheidung als kündigen?
Pausieren vs. Kündigen: Was ist der Unterschied?
| Aktion | Was passiert? | ETF-Anteile | Steuer | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Sparplan pausieren | Keine neuen Käufe, Depot bleibt bestehen | Bleiben unverändert | Keine | Bei temporärem Engpass |
| Sparplan kündigen | Sparplan wird beendet, Depot bleibt | Bleiben unverändert | Keine | Bei dauerhafter Änderung |
| ETF-Anteile verkaufen | Depot wird (teilweise) aufgelöst | Werden verkauft | Auf Gewinne fällig | Nur wenn Geld gebraucht wird |
Wichtig: Das Pausieren oder Kündigen eines Sparplans ist kein steuerpflichtiger Vorgang. Die ETF-Anteile bleiben im Depot. Steuer entsteht erst beim Verkauf der Anteile.
Wie pausiere ich meinen ETF-Sparplan?
Bei allen modernen Brokern (Trade Republic, Scalable, ING, DKB) ist das Pausieren in der App möglich:
- Trade Republic: App → Sparplan → "Sparplan bearbeiten" → Sparrate auf 0 setzen oder Sparplan pausieren
- Scalable Capital: App → Sparplan → "Sparplan bearbeiten" → Ausführung deaktivieren
- ING: Online-Banking → Depot → Sparplan → "Pausieren"
- DKB: Online-Banking → Depot → Sparplan verwalten → Pausieren
Die Pause ist sofort wirksam — der nächste geplante Kauf wird nicht ausgeführt. Das Depot läuft mit den vorhandenen Anteilen weiter.
Was passiert mit meinen ETF-Anteilen während der Pause?
Die ETF-Anteile bleiben vollständig erhalten und entwickeln sich weiter — Kursgewinne und -verluste laufen normal. Thesaurierende ETFs reinvestieren weiter automatisch. Ausschüttende ETFs zahlen weiter Dividenden aus. Nur neue Käufe werden gestoppt.
Das bedeutet: Eine Pause von 3–6 Monaten hat langfristig kaum Auswirkungen auf das Endergebnis. Wer 20 Jahre spart und 6 Monate pausiert, verliert nur ca. 0,3 % des Endkapitals gegenüber einem ununterbrochenen Sparplan.
Wann sollte ich verkaufen statt pausieren?
Nur wenn du das Geld wirklich brauchst. Wer verkauft, realisiert eventuelle Gewinne — darauf fällt Abgeltungssteuer (25 % + Soli) an. Außerdem verlässt du den Markt: Wenn du in einem Aufschwung verkaufst und dann zu höheren Kursen wieder einsteigst, verlierst du Rendite.
Faustregel: Erst den Notgroschen aufbrauchen, dann das Festgeld — und erst als letztes den ETF-Sparplan auflösen. Das Depot ist für langfristiges Geld gedacht, nicht für kurzfristige Engpässe. Was 6 Monate Pause langfristig kosten: bei einem laufenden Sparplan mit 100 €/Monat und 20 Jahren Horizont ist der Unterschied minimal — der Zinseszins-Effekt über die restliche Laufzeit macht die kurze Lücke wett. Zahlen dazu: ETF Sparplan 25 Jahre Rendite.
Sparplan kündigen und Depot bei einem anderen Broker weiterführen
Wenn du den Broker wechselst: Sparplan beim alten Broker kündigen, neues Depot eröffnen, ETF-Anteile übertragen (kein Steuer-Ereignis). Details zum Ablauf: Depot wechseln und übertragen 2026.
Welcher Broker die flexibelsten Sparplan-Optionen bietet: Depot-Vergleich 2026. Wie viel Rate sinnvoll ist — und wie man sie optimiert: ETF Sparplan Ratenhöhe 2026. Oder zum Robo-Advisor Vergleich wenn du vollautomatisches Anlegen bevorzugst.