70 % des MSCI World ist in US-Aktien — Microsoft, Apple, Nvidia, Amazon, Meta, Alphabet, Tesla. Viele Anleger fragen sich: Ist das nicht zu viel USA? Was passiert mit meinem Portfolio wenn die USA in eine Rezession rutscht? Wie kann ich das US-Gewicht reduzieren — und sollte ich das überhaupt?

Warum ist der USA-Anteil so hoch?

Der MSCI World gewichtet nach Marktkapitalisierung — der Marktgröße der Unternehmen. US-Unternehmen sind die größten der Welt, daher haben sie das höchste Gewicht. Das ist keine Fehlkonstruktion, sondern die korrekte Abbildung des globalen Aktienmarkts. Apple allein ist mehr wert als die gesamte deutsche Börse.

USA-Gewichtung in verschiedenen ETFs

ETF / IndexUSA-GewichtungBesonderheit
MSCI World~70 %Nur Industrieländer
FTSE All-World~62 %+ Schwellenländer (China, Indien)
MSCI ACWI~63 %Ähnlich wie FTSE All-World
STOXX Europe 6000 %Nur Europa
BIP-gewichteter ETF~30 %Nach Wirtschaftsleistung gewichtet
USA-Anteil im Depot 2026: MSCI World Klumpenrisiko reduzieren

Soll ich das US-Gewicht aktiv reduzieren?

Die ehrliche Antwort: Überlege zweimal. Wenn du das US-Gewicht reduzierst und die USA weiter outperformen (wie in den letzten 15 Jahren), hast du Rendite verschenkt. Wenn du es nicht reduzierst und die USA underperformen, hast du Verluste. Du machst damit eine aktive Markt-Wette — das Gegenteil von passivem Investieren.

Gerd Kommer selbst empfiehlt in neueren Auflagen eine BIP-Gewichtung statt Marktkapitalisierung — das würde USA auf ~30 % drücken und Europa/Asien/Schwellenländer erhöhen. Mehr Strategie: Gerd Kommer Weltportfolio.

Praktische Möglichkeit: FTSE All-World statt MSCI World

Der einfachste Schritt zu weniger USA: FTSE All-World (62 % USA) statt reiner MSCI World (70 % USA). Der Unterschied: Schwellenländer (China, Indien, Brasilien, etc.) sind bereits enthalten. Eine Alternative: 70 % MSCI World + 30 % STOXX Europe 600 — dann reduzierst du USA auf ca. 49 % des Gesamtportfolios. Vergleich: MSCI World vs. Emerging Markets.