Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer zahlen entweder keine oder kaum in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Das bedeutet: Die private Altersvorsorge ist existenziell — und ETFs sind dafür das effizienteste Instrument.

ETF Sparplan Selbstständige Freiberufler Altersvorsorge

Die besondere Situation von Selbstständigen

Angestellte bekommen eine gesetzliche Rente. Selbstständige außerhalb bestimmter Pflichtberufe (z. B. Handwerker, Künstler) bekommen nichts — außer dem, was sie selbst aufgebaut haben. Gleichzeitig hat die Selbstständigkeit einen Vorteil: Das Einkommen schwankt — und ein ETF-Sparplan lässt sich flexibel anpassen.

Vergleich: Altersvorsorge-Optionen für Selbstständige

OptionSteuerersparnisFlexibilitätKostenGeeignet für
ETF-Sparplan (privates Depot)Keine Förderung, aber Abgeltungssteuer erst bei EntnahmeSehr hoch (anpassen, pausieren, entnehmen)Sehr gering (0,07–0,25 % TER)Alle Selbstständigen
Rürup-Rente (Basisrente)Hoch (bis zu 27.566 € / Jahr absetzbar)Gering (kein Kapitalentnahme vor Rente)Hoch (oft 1,5–2,5 %)Gutverdienende mit hohem Steuersatz
Rürup-Rente mit ETF-FondsHochMittel (nur Rentenalter)Mittel–hochGutverdienende, die Steuer+ETF kombinieren
Riester (nur für Pflichtversicherte)Nur mit freiwilliger GRV-EinzahlungGeringHochKaum für Selbstständige geeignet
Freiwillige GRV-EinzahlungKeine direkte FörderungMittelGeringWer GRV-Ansprüche aufbauen will

ETF-Sparplan als Basis — mit flexibler Sparrate

Der größte Vorteil eines normalen ETF-Sparpläns für Selbstständige: Flexible Sparrate. Im guten Monat 1.000 € einzahlen, im schlechten auf 50 € reduzieren. Rürup-Produkte haben zwar Steuervorteile, aber einmal einbezahlt kommt das Geld erst im Rentenalter raus — keine Flexibilität.

Praktisch: Bei Trade Republic oder Scalable Capital die Sparrate direkt in der App ändern. Kein Aufwand, keine Gebühren, keine Fristen.

Steuer: Was Selbstständige beim ETF-Sparplan wissen müssen

Abgeltungssteuer: Gilt wie für alle Anleger — 25 % auf Gewinne bei Entnahme. ETF-Sparplan ist nicht als Betriebsausgabe absetzbar (im Gegensatz zu Rürup).
Steuerstundungseffekt: Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch — die Steuer fällt erst bei Entnahme an. Über 20–30 Jahre ein erheblicher Zinszinsbonus.
Günstigerprüfung: Wer in Rentenjahren mit niedrigem Einkommen Geld entnimmt, kann statt 25 % Abgeltungssteuer den persönlichen Steuersatz anwenden lassen — der ist dann oft niedriger.

Die optimale Strategie für Selbstständige

Basis (Pflicht für alle): Notgroschen aufbauen (6 Monatsausgaben, nicht 2–3 wie bei Angestellten — Selbstständige haben höheres Einkommensrisiko).
Schicht 1: ETF-Sparplan auf ein normales Depot (flexibel, liquide). Mindestens 15–20 % des Nettoumsatzes.
Schicht 2 (optional): Rürup-Rente mit ETF-Fonds, wenn der Grenzsteuersatz über 40 % liegt. Der Steuervorteil kann die geringere Flexibilität aufwiegen.

Tipp: Quartalsmäßig Gewinne aus dem Geschäftskonto in den ETF-Sparplan überweisen — am besten direkt nach der USt-Voranmeldung, wenn klar ist, wie viel übrig bleibt.

Direkt zum Robo-Advisor Vergleich — viele Anbieter sind auch für Selbstständige ideal. Oder Rentenlücke berechnen und schließen.