Jedes Jahr können Anleger 1.000 € Kapitalerträge steuerfrei kassieren (2.000 € für Verheiratete). Der Freistellungsauftrag muss beim Broker hinterlegt werden — sonst zieht dieser automatisch Steuern ab. Klingt einfach, ist aber bei mehreren Depots eine Optimierungsaufgabe.
Grundlagen: Sparerpauschbetrag 2026
| Personengruppe | Sparerpauschbetrag | Steuerfrei auf |
|---|---|---|
| Einzelperson | 1.000 €/Jahr | Zinsen, Dividenden, realisierte Gewinne |
| Verheiratete (gemeinsam) | 2.000 €/Jahr | Zinsen, Dividenden, realisierte Gewinne |
| Kind (mit NV-Bescheinigung) | bis ~10.908 € (Grundfreibetrag) | Zinsen, Dividenden, Gewinne |
Mehrere Depots: Freistellungsauftrag optimal verteilen
Wer mehrere Depots hat (z.B. Trade Republic + Scalable + comdirect), muss den Freistellungsauftrag aufteilen — aber die Gesamtsumme darf 1.000 € nicht übersteigen. Strategie: Schätze die voraussichtlichen Kapitalerträge pro Depot und setze den Freistellungsauftrag dort, wo du die meisten Erträge erwartest.
Beispiel: Trade Republic (Hauptdepot mit Dividenden): 600 €. Scalable (Robo): 250 €. comdirect (Kinderdepot): 150 €. Gesamt: 1.000 €. Sinnvolle Steueroptimierungen: Steueroptimierung für ETF-Anleger und ETF Steuertipps zum Jahresende.
Was passiert wenn kein Freistellungsauftrag hinterlegt ist?
Ohne Freistellungsauftrag behält der Broker automatisch 26,375 % Abgeltungssteuer + Soli auf alle Kapitalerträge ein — ab dem ersten Cent. Das Geld ist nicht verloren: Du kannst es über die Steuererklärung zurückholen. Aber: Du verlierst Liquidität bis zur Steuererstattung. Besser: Freistellungsauftrag direkt beim Depot-Eröffnen setzen.
Nicht ausgeschöpften Freistellungsauftrag zurückholen
Wenn du am Jahresende siehst, dass dein Freistellungsauftrag nicht ausgeschöpft wurde, aber du Gewinne realisiert hast bei anderen Depots ohne Freistellung: via Steuererklärung (Anlage KAP) kannst du die gezahlte Steuer zurückfordern. Mehr: Steuererklärung für ETF und Robo Advisor.