Ein MSCI World ETF investiert zu ca. 70 % in US-Aktien — in US-Dollar. Wenn der Dollar gegenüber dem Euro fällt, verlierst du Rendite, obwohl die Aktien gestiegen sind. Währungsgesicherte ETFs (EUR Hedged) sollen dieses Risiko eliminieren. Aber lohnt sich das — und was kostet es?
Was bedeutet EUR Hedged beim ETF?
Ein "EUR Hedged" ETF kauft Devisentermingeschäfte, die das Wechselkursrisiko absichern. Beispiel: Der ETF investiert in US-Aktien, sichert aber gleichzeitig die Dollarpositionen gegen Euro ab. Das Ergebnis: Die Rendite des ETFs entspricht nahezu der Rendite in der lokalen Währung (USD) — Wechselkursschwankungen haben kaum Einfluss.
Kosten der Währungsabsicherung
| Kriterium | Standard ETF | EUR Hedged ETF |
|---|---|---|
| TER (Kosten) | 0,10–0,25 % | 0,25–0,50 % (+ Hedging-Kosten) |
| Hedging-Prämie | keine | ca. 1–3 % p.a. je nach Zinsdifferenz |
| Währungsrisiko | vorhanden (USD/EUR-Schwankungen) | weitgehend eliminiert |
| Tracking Error | niedrig | höher (durch tägliches Hedging) |
Wann lohnt sich ein gehedgter ETF?
Lohnt sich: Für kurzfristige bis mittelfristige Anlagen (3–5 Jahre) mit hohem Dollarkurs-Exposure, oder wenn man konkret erwartet dass der Dollar fällt. Auch für Anleihen-ETFs mit Fremdwährungen ist Hedging oft sinnvoll, da Anleihen-Renditen niedriger sind und Währungsschwankungen relativ mehr ausmachen.
Lohnt sich nicht: Für langfristige Aktien-ETF-Anleger (10+ Jahre). Historisch gleichen sich Währungsschwankungen langfristig aus. Die Hedging-Kosten (1–3 % p.a.) fressen über 20 Jahre einen erheblichen Teil der Rendite auf.
Fazit: Langfristanleger brauchen kein Hedging
Die Mehrheit der Finanzexperten — darunter auch Gerd Kommer — empfiehlt für langfristige ETF-Anleger keine Währungsabsicherung. Die Kosten übersteigen den Nutzen bei langen Anlagehorizonten. Kurzfristig orientierte Anleger oder institutionelle Portfolios mit definiertem Währungsbudget profitieren dagegen. Mehr zum Thema Währungsrisiko: ETF Währungsrisiko verstehen und MSCI World vs. FTSE All-World.