Rendite-Versprechen bei Robo-Advisorn klingen gut — aber was haben die Anbieter tatsächlich geliefert? Wir schauen auf die Langzeitperformance der größten deutschen Anbieter über 5 und 10 Jahre und erklären, warum die Zahlen alleine nichts bedeuten.
So funktioniert der Rendite-Vergleich
Direkter Renditevergleich ist schwierig, weil jeder Robo-Advisor unterschiedliche Risikostufen anbietet. Wir vergleichen daher das risikomaximale Portfolio (100 % Aktien oder höchste verfügbare Risikostufe) und das ausgewogene Portfolio (ca. 60 % Aktien / 40 % defensive Assets). Alle Zahlen sind nach Verwaltungsgebühren, aber vor Steuern.
Rendite-Übersicht: Die großen deutschen Robo-Advisor (2016–2025)
| Anbieter | Portfolio | 5 J. p.a. | 10 J. p.a. | Verwaltungsgebühr | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| quirion | Risikostufe 100 | ca. 8,2 % | ca. 7,4 % | 0 % (bis 10k) / 0,48 % | Testsieger Stiftung Warentest |
| Scalable Capital | VaR 25 % | ca. 7,8 % | ca. 6,9 % | 0,75 % | Dynamisches Risikomanagement |
| Growney | grow100 | ca. 8,0 % | ca. 7,1 % | 0,39–0,69 % | Günstigste Gebührenstruktur |
| Ginmon | 10/10 (maximal) | ca. 7,5 % | ca. 6,8 % | 0,75 % | Faktor-Investing (Value, Small Cap) |
| WeltSparen/RAISIN | Weltportfolio 100 | ca. 7,6 % | ca. 6,7 % | 0,33–0,48 % | Kombination Festgeld + ETF |
| robin (DWS) | Offensiv | ca. 7,1 % | ca. 6,3 % | 0,00–0,25 % | Günstigster klassischer Anbieter |
Hinweis: Renditen sind Schätzwerte aus veröffentlichten Performancedaten und unabhängigen Vergleichen (Stand 2026). Keine Anlageberatung.
Was erklärt die Unterschiede?
Die Renditedifferenzen zwischen den Anbietern erklären sich hauptsächlich durch drei Faktoren:
1. Aktienquote und Assetmix: Anbieter mit höherem Aktienanteil liefern in Boom-Phasen mehr Rendite — aber auch höhere Drawdowns. Quirion investiert nahezu vollständig in Aktien-ETFs; Scalable Capital hat ein dynamisches Risikomodell, das in Krisen defensiver wird.
2. ETF-Auswahl: Einige Anbieter setzen auf kostengünstige Vanguard/iShares-ETFs mit TER unter 0,15 %. Andere nutzen teurere Nachhaltigkeits-ETFs oder aktiv gemanagte Fonds — das drückt die Nettorendite.
3. Rebalancing-Häufigkeit: Häufiges Rebalancing kann Steuern kosten, schützt aber bei Korrekturen. Seltenes Rebalancing lässt Gewinner laufen, erhöht aber das Klumpenrisiko.
Robo-Advisor vs. MSCI World ETF: Was ist besser?
Ein einfacher MSCI World ETF (z. B. iShares Core MSCI World, TER 0,20 %) hat in den letzten 10 Jahren ca. 7,5–9,0 % p.a. geliefert — je nach Einstandszeitpunkt. Damit liegt er auf Augenhöhe mit den besten Robo-Advisorn, aber ohne Verwaltungsgebühr.
Der Unterschied: Ein MSCI World ist 100 % Aktien, konzentriert auf Industrieländer. Robo-Advisor diversifizieren breiter (EM, Anleihen, Rohstoffe) und rebalancieren automatisch. Wer Disziplin mitbringt und das Risiko eines reinen Aktien-ETF aushält, braucht keinen Robo-Advisor. Wer einen automatischen Aufpasser will, ist beim Robo gut aufgehoben.
Worauf du beim Rendite-Vergleich achten solltest
Rendite allein ist kein guter Maßstab. Entscheidend ist die risikoadjustierte Rendite — also wie viel Rendite pro Risikoeinheit erzielt wurde. Ein Robo-Advisor mit 8 % Rendite und 30 % maximalem Drawdown ist schlechter als einer mit 7,5 % und nur 18 % Drawdown — zumindest für Anleger, die Volatilität nicht gut vertragen.
Wichtiger als historische Renditen sind Gebühren, ETF-Qualität und Strategie-Transparenz. Diese drei Faktoren sind der zuverlässigste Indikator für zukünftige Performance — vergangene Renditen garantieren nichts.
Bereit für den direkten Vergleich? Unser Robo-Advisor Vergleich zeigt alle Anbieter mit aktuellen Gebühren, Mindestanlage und Strategie-Details. Oder lies unsere Tests: quirion Erfahrungen und Scalable Capital Erfahrungen.