Beim Kauf eines ETFs wählt man oft zwischen zwei Varianten: ausschüttend (Dividenden werden ausgezahlt) und thesaurierend (Dividenden werden automatisch wieder angelegt). Welche ist besser? Die Antwort: es kommt drauf an.
Der Grundunterschied
| Eigenschaft | Ausschüttend | Thesaurierend |
|---|---|---|
| Dividenden | Werden quartalsweise/jährlich ausgezahlt | Werden automatisch reinvestiert |
| Steuerzeitpunkt | Bei Ausschüttung (sofort) | Vorabpauschale jährlich + bei Verkauf |
| Freistellungsauftrag nutzen | Automatisch bei Ausschüttung | Nur über Vorabpauschale / Verkauf |
| Zinseszins | Manuelle Wiederanlage nötig | Automatisch optimal |
| Ideal für | Entnahmephase / regelmäßiger Cash-Flow | Langfristiger Vermögensaufbau |
Steuerlicher Vergleich: Was zahlt man wirklich?
Ausschüttende ETFs zahlen bei Dividendenausschüttung sofort Abgeltungssteuer (26,375 %). Das hat einen Nachteil: Der besteuerte Betrag arbeitet nicht mehr für dich. Bei thesaurierenden ETFs gibt es die Vorabpauschale — eine jährliche Vorabsteuer die aber deutlich kleiner ist als die reale Ausschüttung. Die Steuer auf den vollen Gewinn fällt erst beim Verkauf an. Das ergibt einen Steuerstundungs-Vorteil. Mehr zur Vorabpauschale: ETF Vorabpauschale erklärt.
Für wen ist was besser?
Thesaurierend empfohlen für: Anleger in der Sparphase (Kapital wächst automatisch, keine manuelle Wiederanlage), junge Anleger mit langem Zeithorizont, alle die den Zinseszins-Effekt maximal nutzen wollen.
Ausschüttend empfohlen für: Anleger in der Entnahmephase (regelmäßiger Cash-Flow gewünscht), Anleger die den Sparerpauschbetrag jährlich ausschöpfen wollen, und Anleger die die Kontrolle über die Wiederanlage behalten wollen.
Weitere Überlegungen zur Strategie: Passives Einkommen mit ETFs und ETF Entnahmeplan für die Rente.