2023 und 2024 waren goldene Jahre für Tagesgeld-Anleger: 4 % und mehr, einfach so. 2026 hat sich das verändert. Die EZB hat den Leitzins auf ca. 2,25–2,5 % gesenkt, und die Banken geben das weiter. Tagesgeld bringt heute noch 2,0–3,0 %, Festgeld (1 Jahr) noch 2,5–3,5 %. Das schlägt das Sparbuch deutlich — aber Inflation nagt weiterhin am Kapital. Was tun?
Tagesgeld vs. Festgeld: Der Unterschied
| Merkmal | Tagesgeld | Festgeld (1–3 Jahre) |
|---|---|---|
| Zinssatz variabel? | Ja, jederzeit änderbar | Nein, fest für Laufzeit |
| Verfügbarkeit | Täglich (1–2 Bankarbeitstage) | Erst nach Laufzeitende |
| Zinsniveau 2026 | 2,0–3,0 % p.a. | 2,5–3,8 % p.a. |
| Einlagensicherung | Bis 100.000 € (EU) | Bis 100.000 € (EU) |
| Vorzeitige Kündigung | Jederzeit | Meist nicht möglich |
| Ideal für | Notgroschen, kurzer Horizont | Bekannte Ausgabe in 1–3 Jahren |
| Zinsentwicklung bei EZB-Senkung | Sinkt sofort mit | Bleibt für Laufzeit stabil |
Aktuelle Top-Anbieter 2026
Tagesgeld (Stand April 2026, variabel): Trade Republic: 2,0 % p.a. (auf nicht investiertes Cash). Scalable Capital (PRIME+): 2,5 % p.a. ING Extra-Konto: ca. 2,5 % für Neukunden (Aktionszins). DKB: ca. 2,0 % für Aktivkunden. Renault Bank / Younited / Klarna: teils bis 3,0 % für Neukunden (Aktionszinsen beachten!).
Festgeld 12 Monate: Renault Bank: ca. 3,2 % p.a. ING: ca. 2,8 % p.a. DKB: ca. 2,7 % p.a. Comdirect: ca. 2,6 % p.a. (Hinweis: Zinsen sind indikativ — prüfe tagesaktuell beim Anbieter.)
Wann schlägt Festgeld Tagesgeld?
In einem Zinssenkungsumfeld (wie 2025–2026) lohnt sich Festgeld oft mehr: Du sicherst dir heute 3,2 % für 12 Monate — auch wenn Tagesgeld in 6 Monaten auf 2,0 % gefallen ist. Die Faustregel: Wenn du das Geld definitiv nicht innerhalb der Laufzeit brauchst und weitere EZB-Senkungen erwartest, ist Festgeld vorteilhafter. Brauchst du das Geld flexibel (Notgroschen!), bleibt Tagesgeld die richtige Wahl.
Das Problem mit Tagesgeld: Realzins oft negativ
2026: Inflation ca. 2,2–2,5 %. Tagesgeld: 2,0–2,5 %. Das bedeutet: Real verdienst du fast nichts — oder sogar weniger als nichts. Tagesgeld schützt den Nominalbetrag, frisst aber weiterhin Kaufkraft. Für langfristiges Vermögen ist das keine Lösung. Als Notgroschen-Parkplatz (3–6 Monatsgehälter) ist Tagesgeld perfekt. Für Vermögensaufbau darüber hinaus ist ein ETF-Sparplan deutlich sinnvoller — den Vergleich erklärt der Tagesgeld vs. ETF Ratgeber. Wie viel auf Tagesgeld und wie viel in ETF fließen sollte, zeigt der Finanzplan-Guide.
Einlagensicherung: Was du wirklich geschützt ist
Bis 100.000 € pro Person und Bank ist dein Geld durch die gesetzliche EU-Einlagensicherung garantiert — auch bei Bankenpleite. Wichtig: Diese 100.000 € gelten pro Institut. Wer 200.000 € sicher parken will, verteilt auf zwei verschiedene Banken. Gilt für Tagesgeld und Festgeld gleichermaßen. ETF-Depots sind anders geschützt: als Sondervermögen, getrennt vom Bankenvermögen — unbegrenzt.