Mit 60 anfangen zu investieren klingt für manche zu spät. Es ist es nicht. Wer mit 60 startet, hat noch 5–25 Jahre Anlagezeit bis zum Ruhestand — und je nach Lebensplanung sogar deutlich länger bis zur Entnahmephase. Die Strategie muss jedoch angepasst werden: weniger Risiko, klarer Zeitplan, Fokus auf Kapitalerhalt plus Rendite.

ETF Sparplan mit 60 anfangen 2026

Was mit 60 noch möglich ist — konkrete Zahlen

Annahme: 5 % p.a. (konservativere Erwartung mit gemischtem Portfolio), 7 Jahre Ansparphase bis 67.

Sparrate/Monat Depot mit 67 (7 Jahre) Depot mit 75 (15 Jahre)
200 €/Monatca. 20.000 €ca. 53.000 €
400 €/Monatca. 40.000 €ca. 106.000 €
800 €/Monatca. 80.000 €ca. 212.000 €
Einmalanlage 50.000 €ca. 70.000 €ca. 104.000 €

Mit 400 €/Monat ab 60 und 15 Jahren Laufzeit (bis 75) ergibt sich ein Depot von ca. 106.000 Euro. Bei einer 4-%-Entnahmeregel reicht das für ca. 4.200 Euro/Jahr oder 350 Euro/Monat als Ergänzung zur Rente — dauerhaft.

Welche ETF-Strategie mit 60?

Mit 60 ist die Aktienquote nicht mehr 100 %. Die klassische Faustregel "100 minus Lebensalter = Aktienquote" ergibt 40 % Aktien. Modernere Empfehlungen liegen bei 50–60 % Aktien, da die Lebenserwartung gestiegen ist. Entscheidend ist: kein Klumpenrisiko, keine Volatilität die dich im Crash zum Verkaufen zwingt.

Profil Aktien-ETF Anleihen/Geldmarkt Erwartete Rendite
Konservativ40 %60 %ca. 3–4 % p.a.
Ausgewogen60 %40 %ca. 4–5 % p.a.
Wachstum70 %30 %ca. 5–6 % p.a.

Robo-Advisor vs. ETF-Sparplan selbst mit 60

Mit 60 ist ein Robo-Advisor besonders sinnvoll — aus einem anderen Grund als mit 30: Das automatische Rebalancing und die disziplinierte Strategie sind im Alter noch wichtiger. Kein manuelles Eingreifen in schlechten Marktphasen, kein Panikverkauf. Viele Anbieter wie quirion oder Whitebox bieten konservative Profile mit hohem Anleihen-Anteil — genau passend für das Risikoprofil mit 60.

Das Sequence-of-Returns-Risiko beachten

Das größte Risiko mit 60: Ein starker Crash kurz vor oder zu Beginn der Entnahmephase kann das Depot dauerhaft schädigen. Lösung:

  • Cashpuffer aufbauen: 1–2 Jahresausgaben auf Tagesgeld oder Festgeld — damit im Crash kein Depot-Verkauf nötig ist
  • Glide Path: Aktienquote schrittweise ab 65 reduzieren (um 2–3 % pro Jahr)
  • Nicht alles auf einmal: Depot erst in der Entnahmephase schrittweise abbauen, nicht als Einmalauszahlung

Zum Vergleich mit früherem Start: ETF Sparplan mit 50 anfangen. Wie die Entnahmephase konkret aussieht: ETF Auszahlplan Rente konkret 2026. Welcher Robo-Advisor fürs ausgewogene Profil mit 60: Robo-Advisor Vergleich 2026. Depot-Rendite berechnen: Rendite-Rechner.